Terrarienbau für Pogona

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Terrarienbau für Pogona vitticeps

 

Aufstellung - Grundgerüst

Die Eisenstücke, welche den Rahmen des Terrariums bilden, wurden mit einer weißen Grundlackierung und nachfolgend mit zwei Schichten Edelglanzlack (Karamell) überzogen.

Der Rahmen - bestehend aus den zusammengeschweißten Eisenstücken mit darauf befestigten Press-Spanplatten - wurde im Zimmer zusammen gebaut. An dieser Stelle möchte ich mich bei Georg Dabernig und seinem Bruder für die Hilfe und Bereitstellung des Materials bedanken.

Um das spätere Gewicht des Terrariums zu verteilen, wurden unter die Metallfüße Bretter gelegt.


Terrariumbau Terrariumbau


Terrariumbau

Die Außenmaße: Terrarium + Gerüst (lxbxh): 215x121x152 cm


Aufgrund der Größe, der spätere Einrichtung, Eisengrundgerüst wie auch oberhalb zusätzlich aufgestellte Terrarien, ist mit einem Gesamtgewicht von mehreren Hundert Kilogramm zu rechnen. Terrarien in dieser Größenordnung bzw. mit diesem Gewicht sollten nach Möglichkeit an einer Stützwand angebracht werden. Andernfalls empfiehlt es sich, dass ein Statiker die Tragfähigkeit des Bodens errechnet.


Die Seitenrahmen, parallel gegenüber gestellt, wurden mit länglichen Eisenstangen verbunden. Anschließend wurden die Press-Spanplatten verschraubt und Boden wie Deckenplatten mit Verstrebungen verstärkt.


Vor dem Einsetzen der Deckenplatte wurden passende Öffnungen mittels einer Stichsäge für die spätere Beleuchtung (HQI Einbaustrahler) geschnitten. Lüftungsschlitze wurden ebenfalls im hinteren Bereich der Deckenplatte wie auch in der Frontplatte unterhalb der Führungsprofielen geschnitten.

Die Lüftungsgitter im Frontbereich, vorerst mit einem Lochblech (0,2 mm) verschraubt - um ein entkommen von Futtertieren zu vermeiden, wurden mit Heizungslüftungsprofielen verkleidet.


Achtung: Bei Schlossereibetrieben fallen alte Lochblechstücke ab. Diese werden manchmal als Restposten bzw. Abfall gratis oder gegen ein kleines Taschengeld abgegeben.


Terrariumbau Terrariumbau


Terrariumbau Terrariumbau



Gestaltung der Rück- und Seitenwände mit Styropor und PU-Schaum

Die Rück- und Seitenwände, bestehend aus Press-Spanplatten, werden entweder mit Styropor oder Styrodur in unterschiedlicher Dicke und je nach Bedarf beklebt und anschließend bearbeitet.

Styropor [EPS (expandiertes PS)]
Meistens weiß, ungefärbt, besitzt eine fein bis grobe Körnung (Kügelchen).
Die Größe der Kügelchen - der Styroporplatten - macht die Beschaffenheit aus. Umso größer diese sind, umso weicher das Material, umso kleiner (z.B.: 2-3 mm) desto härter das Material.
Aus eigener Erfahrung hatte ich bisher - egal ob bei kleinen noch großen Kügelchen - kaum Probleme die Platten passend zu formen und gestalten. Dies hängt natürlich auch mit der Dicke/Breite des Materials zusammen [Stanley Messer, Heißluftföhn, Säge,..]

Styrodur [ XPS (extrudiertes PS)]
Meist grünlich/bläulich, keine Kügelchen mehr erkennbar.
Diese Dämmplatten werden neben der PS-Schmelze (wie bei Styropor) zusätzlich mit CO² aufgeschäumt und ...
Dieses Material kann nur sehr schwer verarbeitet werden, mit einem Stanley Messer ist man hier auf verlorenen Posten. [Heißluftföhn, div. Sägen, Schleifpapier,...]



Die Rück- und Seitenwände wurden mit mehrere Schichten Styropor beklebt.

Mit einem Stift - besitzt man noch keine genaueren Vorstellungen der Rückwand - wurden Linien eingezeichnet, welche die späteren Liegeflächen und Ausbuchtungen darstellen sollten.

Ebenfalls stellt sich eine mit Hand oder Computer gezeichnete Skizze - die das fertig strukturierte Terrarium repräsentiert - als hilfreich heraus.

Hat man eine grobe Vorstellung wie das Terrarium und dessen Rückwand zum Schluss aussehen soll, werden mit einem Cut-/ Standley-Messer, Säge oder einem anderen Werkzeug die Styroporstücke - welche anschließen auf die Rückwand geklebt werden und als Liegeflächen oder natürlich aussehenden Strukturen dienen - zugeschnitten und im Terrarium angebracht..

Die Stücke werden mittels Aqua-Silikon an die Wände angeklebt und benötigen einige Stunden bis einen Tag zum Trocknen.



Diese Styroporstücke auf die Rückwand aufgeklebt, sehen zum einen recht verlassen, unnatürlich aus und zum anderen sind sie nicht sehr stabil. PU-Schaum / Montageschaum welcher unterhalb oder nach eigenem Belieben auf die Rückwand aufgetragen wird, festigt diese Liegeflächen und ist zudem optisch ansprechend und nach dem Aushärten, leicht formbar.


PU-Schaum hält nicht sehr gut auf der Unterseite von Styroporflächen. Für eine bessere Haftung werden diese leicht angefeuchtet und der Schaum Schicht für Schicht angebracht und immer wieder getrocknet und befeuchtet bevor eine weitere Schicht Terrariumbauangebracht wird.


Ist der Schaum ausgehärtet bearbeiten wir ihn mit einem Cutmesser oder Heißluftföhn.



Wie auf den Bildern zu erkennen, wurde nachträglich noch ein Plateau und eine ' Treppe' im Terrarium angebracht. Die frühere Liegeplattform erwies sich als zu klein und musste erweitert werden.

Die Platten hierfür wurden einzeln zugeschnitten. Anschließend mit Silikon und langen Nägeln miteinander verbunden und zu einer Treppe gestaltet.



Um der Rückwand den letzten 'Schliff' zu geben, damit diese nicht gerade verläuft wurden mit Kerzen kleinere Vertiefungen hinein gebrannt. Ebenfalls kann man für den gleichen - jedoch großflächigere Effekte - einen Heißluftföhn verwenden.
Das Styropor schmilzt unter den heißen Temperaturen einer Kerzenflamme oder Heißluftföhn sehr schnell!

Eine weitere Möglichkeit ist PU-Schaum großflächig aufzutragen und passend zu zuschneiden.



Auftragen von Fliesenkleber und Farbe auf die Rückwand

Um der Rückwand Halt und eine gewisse Widerstandsfähigkeit zu geben, wird sie zuerst mit mehreren Schichten Fliesenkleber bearbeitet und anschließend mit einem Gemisch aus Abtönfarbe und D3 Weißleim bestrichen. Je nach Bedarf und Geschmack kann in dieser Phase zudem farbiger Sand auf die Rückwand aufgetragen oder mit Acryllack auf wasserlöslicher Basis bestrichen werden.


Die erste Schicht Fliesenkleber wird dünn aufgetragen um eine stabile und gut haftende Basis für die darauf folgenden Schichten - welche dicker aufgetragen werden - zu schaffen. Im Regelfall werden 4-5 Schichten Fließenkleber auf die gesamte Rückwand gestrichen.

Bevor eine neue Schicht darüber gestrichen wird, muss die vorherige gut trocknen - dies kann zwischen 1-2 Tagen bei gut belüfteten Räumen dauern.


Terrariumbau Terrariumbau


Anschließend wurde die rötliche Abtönfarbe zusammen mit einer weiteren orangen und D3 Weißleim angerührt und die Rückwand mit dieser Mischung bestrichen. Der D3 Weißleim dient dazu die Farbe besser zu binden und bei Reinigungsarbeiten den Fliesenkleber wie auch die Farbe zu schützten und erhalten.

Mit einer gelben Abtönfarbe wurden hellere Nuancen erzeugt.


Die untersten 40 cm der Rückwand, Boden und die Liegeflächen wurden mit 3 Schichten Acryllack versiegelt. Rund 40 cm der untersten Rückwand wird besonders während der Paarungszeit stark in Anspruch genommen. Einerseits die Grabungsarbeiten der Weibchens, andererseits der feuchte Sand welcher das Material ohne passende Versiegelung aufweichen und Feuchtigkeit zwischen Styropor und Press-Spanplatten treten würde.


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