Bepflanzung

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Agave spec.Bepflanzung von Terrarien

 

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Vor dem Einbringen ins Terrarium sind bei frisch gekauften Pflanzenarten folgende Dinge zu beachten
Was es sonst noch zu beachten gibt



Was die Bepflanzung von Terrarien betrifft, muss man sich vorher über einige Aspekte im Klaren werden, damit die Pflanze einerseits keine Gefahr für die tierischen Bewohner darstellt, andererseits aber auch selbst gute Bedingungen findet und längerfristig eine Überlebenschance im Terrarium hat.

Bei pflanzenfressenden Arten sollte auf eine Bepflanzung im Zweifelsfall lieber verzichtet werden.

Große, und durchaus auch etwas schwerere und agilere Arten schädigen empfindlichere Pflanzen häufig schon durch ihren Klettertrieb und ihr Gewicht, und einer 20 mal am Tag drüber kletternden Bartagame wird wohl kaum ein Gewächs auf Dauer standhalten.

Auch sollten die Tiere keinen zu starken Grabtrieb haben, da die Pflanzen sonst früher oder später ausgegraben werden.



Terrarium PflanzeZunächst einmal, bevor man sich überhaupt näher mit den Pflegebedingungen und Ansprüchen von Pflanzen befasst, muss das Wichtigste geklärt werden, dass die Pflanze für unsere Pfleglinge auch garantiert unbedenklich ist.
Giftige Pflanzen scheiden eigentlich generell aus, vor allem aber bei omni- oder herbivoren Arten. Also bei allen Agamen Arten die Pflanzen anfressen könnten, und sei es auch nur ein Probebiss.


Ist dies zweifelsfrei festgestellt, sollte zunächst geklärt werden ob die Pflanzen im Terrarium eine Chance hätten, klimatisch zu bestehen. Die Bedingungen der Agamen und der Pflanzen sollten daher möglichst weit übereinstimmen.

Dabei sind neben der Temperatur auch die Beleuchtung, insbesondere die Helligkeit und die Lichtfarbe, die Luftfeuchtigkeit, das Vorhandensein von genügend Frischluft, Platzbedarf, Überwinterung (auch manche Pflanzen benötigen eine kühlere Überwinterung), eventuell Düngung und ausreichende Versorgung mit Wasser wichtig.

Mit Ausnahme bei einigen kleinen Agamenarten, sollten die Pflanzen doch etwas robuster, widerstandsfähiger, schnell wachsend und klimatisch nicht allzu anspruchsvoll sein. Kleine, feinblättrige, langsam wachsende Pflanzen sollten im Zweifelsfall doch lieber auf der Fensterbank oder im Gewächshaus gepflegt werden.


Eine Auflistung möglicher und geeigneter Pflanzen für ein Wüstenterrarium, wie einige Anregungen und Empfehlungen für ein feuchteres, gemäßigteres Becken bzw. Regenwaldterrarium, finden Sie unter folgenden Links.

Nähere Informationen zur Bepflanzung von Trocken bis Wüstenterrarien erhalten Sie im Kapitel... [ für Steppen/Wüsten T. ]

Nähere Informationen zur Bepflanzung von Regen-/Waldterrarien erhalten Sie im Kapitel... [ für Wald/Tropen T.]



Bei karnivoren Agamen, also Arten die garantiert keine Pflanzen anfressen und sich rein tierisch ernähren, ist die Giftigkeit dagegen nicht ganz so relevant. Da die Giftstoffe sich in der Regel im Inneren der Pflanzen befinden und somit nicht von den Tieren aufgenommen werden, solange die Pflanzen keine Wunden oder Bruchstellen aufweisen an denen Giftstoffe (wie z.B. der Milchsaft von Euphorbien) austreten können. Dennoch sollte man auch hier lieber keine Risiken eingehen.


Bei herbivoren Agamen gibt es dennoch eine Möglichkeit die Terrarien zu bepflanzen, zumindest solange es reine Bodenbewohner sind. Hier kann man natürlich auch die Rückwand, am besten Stellen die für die Tiere wirklich komplett unzugänglich sind, mit kleineren Arten oder Hängepflanzen besetzen und so auch optisch noch ein paar nette Akzente setzen.


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Vor dem Einbringen ins Terrarium sind bei frisch gekauften Pflanzenarten folgende Dinge zu beachten

Sofern man eine Pflanze nicht schon längere Zeit auf der Fensterbank hatte und genau weiß, dass sie weder mit Pflanzenschutz- noch Insektenvernichtungsmitteln oder sonstigen Präparaten behandelt wurde, sollte man neu gekaufte Pflanzen nach dem Kauf erst einmal ein paar Monate auf der Fensterbank halten.

Dadurch werden zum einen Gift- und Düngestoffe abgebaut, die noch im Substrat vorhanden sein können.
Des Weiteren sollten die Pflanzen aus eben genanntem Grund auch umgetopft werden.
Häufig sind grade im Baumarkt verkaufte Kakteen und Sukkulenten sowieso in einer viel zu nährstoffhaltigen Erde ohne Drainageschicht (normale Blumenerde mit viel zu hohem Humusgehalt), die auf Dauer auch für die Pflanzen schädlich ist, eingepflanzt, weshalb diese Arten möglichst sofort umgetopft werden sollten.


Sofern machbar sollten die Pflanzen in der Zeit auch 1-2 malig überbraust werden, damit Spitzmittelreste von den Blättern und dem Pflanzkörper gespült werden.
Anschließend können die Pflanzen ins Terrarium gebracht und entweder im Topf belassen oder ausgepflanzt werden.


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Was es sonst noch zu beachten gibt

Die folgenden Punkte gelten in erster Linie für Topfpflanzen in eher trockenen Terrarien und weniger für feuchte oder Regenwaldterrarien in denen ganzjährig ein pflanzenfreundliches Klima herrscht.


Terrarium PflanzeWinterruhe

Einige Pflanzen (vor allem Sukkulenten und Kakteen, aber auch viele andere Pflanzen) benötigen von Natur aus eine Winterruhe. Sofern diese im Terrarium nicht einhaltbar ist, sollte die Pflanze dafür entnommen und auf der Fensterbank, im Keller, im Wintergarten oder im Gewächshaus etc. entsprechend überwintert werden.
Die Pflanzen ganzjährig warm zu kultivieren birgt dahingehend Gefahren, dass sie empfindlicher gegen Schädlinge werden, unnatürliche Wuchsformen annehmen oder "vergeilen" können.
Letzteres findet man bei falsch überwinterten Sukkulenten recht häufig, und zeigt sich in zu schnellem Wachstum, einer helleren Färbung und häufig instabilen, unschön aussehenden Triebenden. Diese Triebe knicken bald ab, faulen oder wachsen sehr unschön weiter.

Pflanzen aus den Tropen dagegen, wo es nur leichte bis keine Ausprägung der Jahreszeiten gibt, kann man gut auch ganzjährig im Terrarium belassen.


Düngung

In der Regel ist eine Düngung der meisten normal auch als Zimmerpflanzen bekannten Arten eher nicht nötig, insbesondere dann nicht wenn sie ausgepflanzt sind und durch untergrabenen Kot der Tiere, abgestorbene Blätter und sonstiges ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden.
Im Topf bleibende Arten sollten zum Düngen aus dem Terrarium genommen und erst nach einigen Wochen wieder hineingestellt werden. Auch Orchideen und anderen Epiphyten, die gerne etwas Dünger bekommen, zumindest 1-2 mal im Jahr, sollte man dies durch Eintauchen in einen Eimer mit entsprechend dosiertem lauwarmen Wasser zu Gute kommen lassen.


Ruhephase

Generell für viele kleinere Pflanzen gut, ist es wenn sie bei starker Beanspruchung im Terrarium halb bis vierteljährlich gegen Exemplare auf der Fensterbank ausgetauscht werden, damit sie sich etwas erholen können. Dies gilt natürlich auch nur für Topfpflanzen und nicht für die Pflanzen, die in einem Terrarium frei ausgepflanzt sind.


Sofern man es lieber pflegeleicht hat, kann man alternativ zu echten Pflanzen auch auf Kunstpflanzen zurückgreifen.
Diese benötigen, außer dass man sie nicht direkt unter einer UV-Lampe platzieren sollte, natürlich keinerlei Pflege.

Optisch gibt es auch hier, zumindest auf den ersten Blick recht ansprechende Exemplare, der klimaverbessernde Effekt fällt dabei natürlich weg.
Ich empfinde Kunstpflanzen generell als wenig nützlich und verzichte generell darauf, denn den Tieren ist der optische Effekt natürlich egal, und insbesondere Pflanzenfresser könnten auch eine Kunstpflanze als echtes Futter erkennen und davon kosten, was nicht ganz ungefährlich enden könnte. Daher besser außer Reichweite solcher Arten aufstellen.Zum Seitenanfang