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Terrarium BeleuchtungBeleuchtung von Terrarien

 

Was erwartet Sie auf dieser Seite?


Aspekte einer ordentlichen Terrarienbeleuchtung
Nicht empfehlenswerte Lampen | Empfehlenswerte Leuchtmittel
Optimale Kombination für Terrarien
Beispiele für die richtige Beleuchtung von verschieden großen Terrarien
UV-Versorgung | UV-Strahler



Bei der Beleuchtung von Terrarien gibt es einiges zu beachten, was im Folgenden besprochen wird.

Generell richtet sich die Auswahl der zur Beleuchtung eingesetzten und empfehlenswerten Leuchtmittel natürlich erst einmal danach, welche Tiere man in einem Terrarium pflegt. Nachtaktiven Arten z.B. ist es völlig egal, mit welchen Lampen, oder ob überhaupt, das Terrarium tagsüber beleuchtet wird, solange nur die Temperaturverhältnisse stimmen und ein Tag-Nachtwechsel vorhanden ist. Hier genügt es in der Regel, sofern keine allzu lichthungrigen Pflanzen im Terrarium vorhanden sind, diesen mit einer Leuchtstoffröhre ausreichend Licht zu verschaffen. Außerdem möchte man ja auch ein Terrarium tagsüber im Allgemeinen nicht unbedingt dunkel herumstehen haben.

Anzumerken sei noch, dass in Österreich auch bei nachtaktiven Arten eine ausreichende Beleuchtung und UV-Beleuchtung aufgrund der gesetzlichen Regelung nötig ist.

Bei tagaktiven Bewohnern muss man allerdings bereits etwas mehr Aufwand betreiben um diesen eine artgerechte Unterbringung zu ermöglichen. Natürlich gibt es auch hier je nach Herkunft und Aktivitätszeit viele Unterschiede.

Da sich unsere Seite aber in erster Linie mit der Familie der Agamen befasst, beschränken wir uns im Folgenden auch auf diese Terrarienbewohner. Alle Vertreter der Agamidae sind in der Natur rein tagaktiv, darum benötigen sie auch allesamt eine ihren jeweiligen Bedürfnissen entsprechende Beleuchtung und Versorgung in Gefangenschaft.
Bezogen auf die Gattungen und Arten, die zum größten Teil in unseren Terrarien anzutreffen sind, handelt es sich beim Großteil davon um Bewohner wüsten-, halbwüsten- bis trockene buschartige Gebiete. Der Anteil anderer Arten (z.B. aus Tropen, Subtropen oder gemäßigteren Zonen) ist dagegen sehr viel geringer. Gerade erstere Arten stellen jedoch an die Beleuchtung einige Ansprüche, die es abzudecken gilt. Wohingegen letztere, sich meist mit Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen und schwachen punktuell ausgerichteten Spots, zufriedenstellen lassen.


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Welche Aspekte muss eine ordentliche Terrarienbeleuchtung für die Agamen erfüllen?

Grundsätzlich muss sie in jedem Agamenterrarium für eine gewisse Grundhelligkeit sorgen. Sofern Pflanzen vorhanden sind, die ja Licht zum Wachstum und für ihre Photosynthese benötigen, ist auch für diese eine gewisse Helligkeit und ein entsprechendes Spektrum notwendig.
Im Weiteren benötigen heliophile (sonnenliebende) Arten zumindest punktuell auch noch sehr hohe Beleuchtungsintensitäten, also sprich, Helligkeiten (Luxwerte) wie sie auch im Habitat vorzufinden sind. Mit Wärme allein ist es bei diesen Tieren also nicht getan.

Generell wird in einem Wüsten- Halbwüstenterrarium die Wärmestrahlung der begrenzende Faktor sein und nicht die Helligkeit, oder mit anderen Worten, man kann es ohne viel Aufwand schaffen, ein Terrarium zu überhitzen, ohne dass man auch nur im geringsten natürliche Bedingungen nachbilden konnte. Daher sollte man versuchen, aus der in die Beleuchtung "hineingesteckten" Leistung, auch so viel Licht wie möglich herauszuholen, um die oben genannten Bedingungen erfüllen zu können, ohne unnötig viel Strom zu verbrauchen oder das Terrarium zu überhitzen.
Zwar ist auch "Licht" gleich Wärme, denn es handelt sich dabei genau wie bei IR-Strahlung und UV-Strahlen um nichts anderes als einen anderen Teil elektromagnetischer Strahlung, eben jener, den unsere Augen wahrnehmen können, die von unserer Sonne erzeugt wird.


Das Reptilienauge hat im Vergleich zu unseren Augen auch ein anderes Sehvermögen und sieht teilweise noch im langwelligen UV-A Bereich. Was bedeutet, dass die Tiere das Licht anders empfinden als unsereins das tut.

Erhöhen lässt sich die Wahrscheinlichkeit, dass für uns akzeptabel wirkendes Licht, auch den Tieren gefällt, indem man Leuchtmittel mit einem möglichst hohen Ra-Wert (Farbwiedergabewert) einsetzt und die ein möglichst kontinuierliches Spektrum aufweisen. Zwar wird keine Lampe das Sonnenlicht 1 zu 1 wiedergeben können, aber eine Natriumdampflampe z.B. um ein krasses Beispiel anzuführen, deren Spektrum nur eine harte Spektrallinie aufweist, trägt sicher nicht zu einer ausgewogenen Nachbildung des Sonnenlichts bei. Durch die Kombination mehrerer Leuchtmittel mit hohen Ra-Werten und ausgewogenen Spektren, lässt sich das Sonnenlicht eher nachbilden.


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Aus den oben angeführten Gründen sind hier die allermeisten Lampen auch nicht empfehlenswert.

Glühbirnen wandeln (auch die teils in bunten Verpackungen steckenden überteuerten Exemplare aus dem Zoofachhandel) den Großteil des Stroms in langwelligere Strahlung (teils kurzwelligere Infrarotstrahlung) um, und nicht in Licht oder UV Strahlung. Außerdem sind sie auch in Sachen Lebensdauer eher enttäuschend.

Keramik oder- Elsteinstrahler: Erzeugen nur Wärmestrahlung aber kein Licht, dabei entsteht langwellige Infrarotstrahlung, IR-C, im Gegensatz zum Sonne oder Glühbirnen, die kurzwellige IR-A Strahlung abgibt. Da diese Strahler kein Licht erzeugen, sind sie fürs Terrarium heliophiler Arten, ja generell für Agamen, absolut ungeeignet, außerdem können bei Berührung böse Verbrennungen entstehen, daher müssen solche Strahler gut gesichert werden.

Halogenspots sind da geringfügig effektiver, aber immer noch weitestgehend unbrauchbar für unsere Zwecke.

Effektiver sind dann, die ebenfalls veralteteren Quecksilberdampflampen (HQL), die man in erster Linie als Pflanzleuchten, zur Anzucht oder auch von Gärtnereien oder aus der Aquaristik kennt. Leider haben diese aber ein extrem "unechtes" Spektrum, was nur aus einigen wenigen Spektrallinien besteht und somit eine äußerst schlechte Lichtqualität aufweist und sie flimmern teilweise erheblich.

Die in der Terraristik ebenfalls häufig vorkommenden Mischlichtstrahler (meist als 100 und 160W Version), sind eine Kombination aus einer Glühbirne mit einem HQL-Brennelement, das hier für den kurzwelligeren Strahlungsanteil und die UV Anteile sorgen soll, sie sind aber in Sachen Effizienz leider auch nicht wirklich die erste Wahl, da sie kaum Helligkeit erzeugen.


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Welche Leuchtmittel sind denn aber nun brauchbar und sinnvoll für unsere Zwecke?

Für unsere Zwecke brauchbar sind, bei den Wüstenbewohnern, einzig Halogenmetalldampflampen (HCI/CDM), und mit Einschränkungen Leuchtstoffröhren und Kompaktlampen.

Terrarium Beleuchtung, HCI, CDM


Diese Leuchtmittel holen aus einem Watt das meiste an Licht heraus, haben hohe Farbwidergabewerte, flimmern aufgrund moderner Vorschaltgeräte nicht, erzeugen wie jedes Leuchtmittel ohnehin noch genug Wärme, auch die Vorschaltgeräte, und haben je nach Modell auch noch gewisse UV-Anteile im Emissionsspektrum enthalten.
Leuchtstoffröhren daher mit Einschränkung, da man mit ihnen allein keine punktuell sehr hellen Plätze erzeugen kann. Zur flächigen Ausleuchtung sind sie allerdings exzellent geeignet und bei geringen Abständen sind auch 10klx gut machbar, was als Grundhelligkeit völlig ausreicht.


Bei den hier genannten UV-Anteilen geht es nicht um das für die Provitamin-D3 Synthese wichtige UV-B, sondern um UV-A Anteile. Gewöhnliche Halogenmetalldampflampen haben heut zu Tage allesamt einen UV Filter, so dass sie kaum-kein UV mehr abgeben. Und bei Leuchtstoffröhren wird schon aufgrund der Bauart eine viel zu geringe Strahlungsintensität erreicht.

Richtig eingesetzt und mit einer ordentlichen UV Quelle kombiniert, kann man so die für ein Wüstenterrarium wichtigsten Bedingungen erzeugen, ohne übermäßig viel Strom zu verbrauchen und unnötigen Aufwand betreiben zu müssen.


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Wie sieht also die optimale Kombination für solch ein Terrarium aus?

Wie bei den Grundlagen weiter oben bereits kurz angedeutet, sind neben einer Grundhelligkeit im gesamten Terrarium, vor allem hohe Beleuchtungsstärken auf den Sonnenplätzen nötig.


Terrarium Beleuchtung, Einbaustrahler HQI

Grundbeleuchtung

Die Grundhelligkeit lässt sich bei Terrarien bis 50 cm Höhe gut und relativ leicht mittels Leuchtstoffröhren erzeugen. Hier empfehlen sich bei ausschließlicher Benutzung von Röhren allerdings nur die HO (High Output) Varianten von T5 Röhren oder T8 Leuchtstoffröhren. T5-Balken sind hier zu bevorzugen.

Bei höheren Terrarien von über 50 cm, sollte jedoch auch zur Grundausleuchtung auf Halogenmetalldampflampen oder zumindest eine Kombination beider Lampentypen zurückgegriffen werden.

Röhren alleine erzeugen auf solche Entfernungen einfach keine ausreichende Helligkeit mehr. Sie können aber zum Aufhellen schattiger Bereiche gut verwendet werden. Empfehlenswert sind dann eher die effizienteren T5 HE (High Efficience) in Kombination mit größeren HCI/CDM Strahlern mit eckigem Reflektor. Meist handelt es sich dabei um zweisocklige Brennertypen, die einen größeren Bereich gleichmäßig ausleuchten, und grade bei geringeren Abständen, z.B. an hochgelegen Stellen der Rückwand bei unter 20 cm Abstand grade in der 150 W Version teils auch als Sonnenplatz herhalten können. Runde Reflektoren können zwar auch zu diesem Zwecke verwendet werden, leuchten aber in der Regel nur eine kleine Fläche aus und diese dann recht inhomogen.


Schaffung von Sonnenplätzen

Terrarium Beleuchtung, CDM-RZu diesem Zweck verwendet man am besten kompaktere HCI mit rundem Reflektor. Am besten sind meiner Meinung nach CDM-R Brenner, die man dank ihres E-27 Schraubgewindes in eine hitze- und zündspannungsbeständige Keramikfassung schrauben kann. Die Zündspannungsfestigkeit ist am Nennwert  4/250/5 kV erkennbar.

Alternativ sind auch runde CDM-T; HCI-T oder eine Bright Sun möglich. Alle Leuchtmittel sind in der Lage bei Abständen von 30-60 cm Entfernung (je nach Version Größe des Abstrahlwinkels, ob man Spot, oder Floodversion nimmt) noch gute 100-120 klx zu erzeugen.

Jedoch haben sowohl die Bright Sun als auch die meisten HCI's das Problem, den Sonnenplatz allein nicht auf die meist benötigten hohen Temperaturen von Teils 45° oder bei manchen Arten auch bis auf 60° C zu erwärmen. Bei ausreichend hohen Grundtemperaturen und Spotstrahlern gelingt dies teils für kleinere Arten noch, aber bei größeren Tieren muss man noch einen Wärmespot oder ein Heizkabel (was sofern die Helligkeit vom HCI erzeugt wird absolut kein Problem darstellt) zuschalten.

Entgegen der in Foren teils verbreiteten Meinung, sind Heizkabel und Heizmatten in den Terrarien nicht grundsätzlich schlecht und daher abzulehnen, sondern es kommt darauf an wie man sie einsetzt.
Man kann sie gut zu HCI als Ergänzung am Boden oder unter Steinen benutzen um fehlende Wärme zu kompensieren. Keinesfalls allerdings sollte man sie anstelle von Leuchtmittel einsetzen. Ein dunkler Fleck an dem es warm ist, kann sogar zu Verbrennungen an den Tieren führen, weil sie Wärme immer mit Licht in Verbindung bringen.
Wo es am hellsten ist vermuten sie den wärmsten Platz. Ist es in den Terrarien dunkel, kann es aufgrund zu heißen Böden zu Verbrennungen kommen. Die Agamen bemerken diese hohen Temperaturen in der Regel meist zu spät.

Bei mir als sehr brauchbar erwiesen hat sich darüber hinaus die Kombination eines HCI, in meinem Fall CDM-R, mit einer Bright Sun gemeinsam zu nutzen. Grade bei Höhen von mehr als 80cm ist dies sehr effektiv. Hierdurch wird auch das gesamte Spektrum verbessert. Die Bright Sun verfügt allein nicht über die nötige Wärmestrahlung den Sonnenplatz alleine ausreichend zu erwärmen, und enthält im Vergleich zum Licht auch sehr viel UV Strahlung.

HCI enthalten dagegen im Vergleich zum Licht sehr wenig bis keine UV Strahlungsanteile. Darum eignet sich auch die Kombination beider Leuchtmittel, meiner Meinung, sehr gut um ein möglichst ausgewogenes Spektrum zu schaffen, dass alle Bereiche, also UV-B, UV-A; Helligkeit in Form von Licht und eine genügende Temperatur abdeckt.


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Beispiele verschiedener optimaler Lampenkombinationen bei Agamenarten in verschieden großen Terrarien

Im Folgenden soll dies an ein paar Beispielen veranschaulicht und deutlich gemacht werden.
Es handelt sich dabei generell nur um Vorschläge und Beispiele, die auf eigenen positiven Erfahrungen und Empfehlungen anderer Halter beruhen. "Viele Wege führen nach Rom" und somit gibt es selbstverständlich auch noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten ein Terrarium zu beleuchten und jeder Halter/Züchter schwört eben häufig auf seine eigene Methode.


Terrarium Beleuchtung


Beleuchtung bei Terrarien bis zu einer Größe von 80 x 40 x 50 cm bzw. 100 x 50 x 60 cm (LxTxH) für kleinere Agamenarten aus trockenen, ariden Verbreitungsgebieten

Solange die Terrarien nicht höher als 60 cm sind, lässt sich die Grundbeleuchtung ausschließlich mit Leuchtstoffröhren bewerkstelligen. T5 HO sind hierfür wohl am besten geeignet, da sie pro cm Röhrenlänge das meiste Licht abgeben.

Bei Terrarientiefen von nicht mehr als 50 cm reichen hierfür auch zwei Röhren aus (z.B. in Form eines Doppelbalkens, wie man ihn übers Internet oder im Zoofachhandel kaufen kann).

Die Beleuchtung des Sonnenplatzes kann hier recht einfach durch einen CDM-R Strahler erfolgen. Häufig reichen hier 35 W aus, grade als Spotversion, man kann aber auch einen 70 W Strahler verwenden. In der Regel sind diese auch in kleinen Glasterrarien gut installierbar und überhitzen die Terrarien nicht.
Man sollte nur beim Kauf solcher Becken darauf achten, dass sich die oberen Lüftungen aus Lochblech mittig und nicht zu weit an der Rückseite befinden, da man ansonsten generell ein Problem haben wird, dort interne Strahler zu installieren.

Für die UV-Versorgung eignen sich in solch kleinen Becken am besten UV-Kompaktlampen, die entsprechend der Produktbeschreibungen zu installieren und zu betreiben sind. Ein zu geringer Abstand zum Tier kann auch bei ihnen schädlich für unsere Agamen sein.
Ebenfalls möglich, aber mit einigem Aufwand und ein paar Nachteilen verbunden, ist das Bestrahlen mit einer Osram Vitalux 300W, die aber aufgrund Überhitzung und des nötigen Mindestabstands bei kleinen Becken von extern - über geöffnete Frontscheiben - erfolgen muss. Dies birgt natürlich die Gefahr, dass Tiere entweichen oder es zu Temperaturschwankungen kommen kann.


Beleuchtung bei Terrarien ab einer Größe von 120 x 60 x 70 cm (LxTxH) für den Großteil zu haltender Agamenarten aus trockenen, ariden Verbreitungsgebieten

Die Grundbeleuchtung sollte grundsätzlich mit HCI Floodstrahlern erfolgen. Röhren sind bei solchen Höhen nicht mehr effektiv einzusetzen und können die Grundbeleuchtung nicht allein bzw. nur mit viel zu viel Watt (die anderweitig besser investiert wären) sicherstellen.
Einzig hochgelegene Plätze an der Rückwand erhalten noch eine akzeptable Helligkeit dadurch. Zum Aufhellen von Schlagschatten und dunkleren Zonen kann man hier allerdings trotzdem noch mittels T5 HE oder T8 Leuchtstoffröhren etwas nachhelfen.Terrarium Beleuchtung, CDM-R
T5 HO sind nicht unbedingt zu empfehlen, da diese bei solchen Höhen übermäßig viel Watt mit doch recht wenig Nutzen für unsere Tiere verbrauchen. Oder mit anderen Worten, sie machen am Terrarienboden auch nur unwesentlich heller als die anderen Röhrentypen.

Die Sonnenplätze erzeugt man auch hier mittels HCI Spots, Bright Sun's oder einer Kombination aus konventionellen Spotstrahlern mit HCIs. Der wärmste Platz im Terrarium sollte auch der Hellste sein. Im Einzelfall muss natürlich die nötige Watttage der Strahler und deren Abstand zum Sonnenplatz bedacht und ausgemessen werden, bis die Werte stimmen.
Günstig bei Bodenbewohnern oder Arten die keine großen Sprünge machen, die Spots etwas herabhängen zu lassen, oder bei kletternden Arten die Sonnenplätze etwas höher zu verlagern um die nötigen Temperaturen ohne größeren Aufwand erreichen zu können.



Warum eignen sich Glüh- und Halogenlampen nach heutigem Stand der Dinge nicht als alleinige Beleuchtung für den Sonnenplatz?

Weil sie technisch überholt sind, eine sehr niedrige Lichttemperatur aufweisen und keinen UV Anteil enthalten.

Diese Lampen wandeln den Großteil der Energie in Wärme und nicht in Licht um und sind somit ineffektiv für unsere Zwecke. Mit ihnen ist es nicht möglich einen Sonnenplatz wirklich naturgetreu nachzubilden, ohne das Terrarium zu überhitzen oder unnötig viel Strom zu verbrauchen. Außerdem herrscht unter ihrem Lichtschein immer der Eindruck eines späten Nachmittags bis Sonnenuntergangs. Dies entspricht nicht den natürlichen Bedingungen während der Aktivitätsphase.


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UV-Versorgung

Dieser Teil wäre vielleicht auf den ersten Blick besser in einem eigenen Bereich aufgehoben gewesen. Da er jedoch für unsere Tiere ebenfalls von großer Bedeutung ist, sie teils Terrarium Beleuchtung, Bright Sunim Gegensatz zu uns auch im UV Bereich sehen können, wird dieser Punkt unter dem Kapitel Beleuchtung behandelt.

Mit den heutigen Möglichkeiten und dem Fortschritt der Technik ist es eigentlich ohne großen Aufwand bereits bei der Wahl und Zusammenstellung der Leuchtmittel relativ simpel eine ordentliche UV Versorgung zu gewährleisten.
Jedoch muss zwischen zwei verschiedenen UV Anteilen unterscheiden werden.

Zum einen wäre da erst einmal das für die im Reptilienkörper stattfindende Provitamin D3 Synthese essentielle UV-B Strahlung, gemeint ist hier ein relativ kleiner wirksamer Bereich von 290-310 nm. Wichtig ist, dass den Tieren eine ausreichende UV-B Bestrahlung mit einer auch in diesem Wellenlängenbereich Strahlung emittierenden UV-Lampe geboten wird. Fehlt diese Versorgung oder handelt es sich um ein unbrauchbares Leuchtmittel, ist die langfristige Gesundheit und Gesunderhaltung der Tiere, die grade im Terrarium auch eng an die ausreichende Versorgung mit Vitaminen, darunter auch Vitamin D3 gekoppelt ist, auf Gedeih und Verderb von der Betreuung durch den Pfleger abhängig.

Hiermit ist insbesondere die Supplementierung mit Vitamin D3 und Calcium bei der Fütterung gemeint, insofern hängt auch das Thema UV Versorgung auf eine gewisse Art mit dem Thema Supplementierung zusammen.

Nähere Informationen über die richtige Supplementierung erhalten Sie im Kapitel... [ Supplementierung ]

 

Die UV-A Strahlung dient dagegen eher der Lebensqualität der Tiere im Terrarium, da sie wie bereits angesprochen, im Gegensatz zu uns Menschen, Strahlung dieser Wellenlänge noch optisch wahrnehmen können.

Langwellige UV-A Strahlung im Bereich von 350-400 nm ist für Reptilien sichtbar, wohingegen der kurzwelligere Teil von 315-350 nm zwar auch zum UV-A Anteil gehört aber für Reptilien nicht sichtbar und daher wohl eher unbedeutend ist.

Somit könnte eine unausgewogene Beleuchtung, ein Fehlen, ein Mangel oder auch ein Überschuss an UV-A gegenüber dem normalen Licht eine Farbverfälschung bei den Tieren hervorrufen, was aber noch nicht abschließend geklärt ist.
Manche Autoren/Halter erwähnen neben einer höheren Aktivität während des Einsatzes eines UV Strahlers, die häufig dem UV-A zugeschrieben wird (ob begründet oder nicht) auch eine Verbesserung von Häutungsproblemen bei manchen Tieren. Ich würde dem nicht zu viel Gewichtung schenken, da dies wohl eher insgesamt dann nach dem Auftreten solcher Probleme zu einer Verbesserung der Haltungsbedingungen; Licht, Wärme, Feuchtigkeit, Vitamine usw. führt als dass es lediglich am UV Anteil liegt.

Anzumerken zu diesem Thema: Hierbei ist auch interessant, dass UV-B Leuchtstoffröhren ihre UVA-Strahlung fast nur unterhalb von 350nm haben und somit für das Farbsehen der Tiere nutzlos sind.


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Welche UV-Strahler sind für die Versorgung der Tiere am besten geeignet?

Brauchbar für die UV Versorgung sind in erster Linie die Osram Ultra Vitalux 300 W, die Lucky Reptile Bright Sun (50 W, 70 W) und die MegaRay (Standartversionen in 100 und 160W). Bei geringeren Abständen können auch UV Kompaktlampen eine sinnvolle Verwendung finden.

Terrarium Beleuchtung, Osram Vitalux 300 WDer Mischlichtstrahler Osram Vitalux ist der Klassiker schlechthin, da mit diesem Leuchtmittel am meisten Erfahrungen vorliegen und sie auch schon seit einem vergleichsweise langen Zeitraum Verwendung als UV Strahler bei Reptilien findet. Diese Strahler haben auch noch den Vorteil, dass sie für die Anwendung am Menschen, als künstliche Höhensonne, zugelassen sind und somit wohl besseren Sicherheitskontrollen in Sachen UV-C Strahlung und schädlichen Einflüssen unterliegen als mancher "rein für Terraristikzwecke" konzipierter UV Strahler.
Ein Einsatz im Terrarium kommt nur bei entsprechend groß dimensionierten Becken in Frage. Kleine Terrarien würden selbst bei kürzeren Laufzeiten der Lampe schon aufgrund der mit 300 W doch recht hohen Leistung, relativ schnell überhitzen oder einem zumindest starken Klimaschwankungen unterliegen.

Je nach gehaltener Art ist der Mindestabstand für eine Bestrahlung doch recht unterschiedlich, ebenfalls sprechen die Autoren vieler Terraristikbücher recht unterschiedliche Empfehlungen aus. Dies ist ein recht schwieriger Punkt, da für den richtigen Abstand und die richtige Laufzeit der Leuchtmittel eine Vielzahl von Faktoren eine Rolle spielen, wie z.B. Alterung der Leuchtmittel, Produktschwankungen, Gewöhnung der Tiere, UV Intensitäten im Habitat (diese unterscheiden sich bereits um einige 100 MicroW/cm²), Alter usw.

Für Tiere aus äquatornahen Zonen sollte ein Abstand von 50-60 cm zur Vitalux ausreichen, sofern es nicht zu warm wird.
Ausgesprochene Wüstenbewohner vertragen diese Bestrahlung nach eigener Erfahrung allerdings recht gut.

Für alle anderen Arten sollten mind. 80 cm als Mindestabstand gelten.

Für empfindlichere Arten, die eher aus gemäßigten Breiten kommen oder in der Natur kaum dem Sonnenlicht ausgesetzt sind sollte man je nach Art erstmal individuelle Erkundigungen einholen.

Hierbei könnte die Vitalux, auch wenn sie zur Behandlung oder zur Prophylaxe von Rachitis/Osteomalazie eingesetzt wird, schnell zu stark sein, grade auch wegen der Temperaturen.

Ebenfalls kann es mit der Zeit bei ihr auch zu starken Alterungserscheinungen kommen, die unter Umständen einen Lampenwechsel oder ein Verringern der Abstände nötig machen. Da wohl die wenigsten Halter auch über ein UV Messgerät verfügen, sollte das Leuchtmittel bei regelmäßiger täglicher bis mehrmaliger Benutzung pro Woche einmal jährlich ausgetauscht werden.
Man kann sie länger benützen, sollte dann aber mittels UV Messgerät alle 3-4 Monate nachmessen ob die Werte noch halbwegs erreicht werden.



Bei der MegaRay als auch den meisten anderen UV Strahlern in 100 W und 160 W wie Zoomed Powersun, T-Rex UV Heat usw. handelt es sich häufig um Mischlichtstrahler. Diese kann man gut im Ganztageseinsatz betreiben. Je nach Leistung, Stärke und Hersteller sind die Mindestabstände etwas unterschiedlich jedoch im Großen und Ganzen werden Abstände von mindestens 30 - 50 cm zu den Agamen angegeben.

Sofern man selbst messen kann und sich mit den Bedingungen im Habitat seiner Tiere hinreichend auskennt, können die Bedingungen (Abstände, Laufzeit etc.) individuell etwas abwandeln und optimiert werden. Andernfalls sollten die Herstellerangaben möglichst exakt eingehalten werden, da die Lampen den Agamen sonst Schaden könnten.

Die besondere Zooversion der MegaRay weißt einen bedeutend höheren UV-Output auf und ist nur für Großterrarien, Gewächshäuser und bei großen Abständen zu den Tieren empfehlenswert.

Bei der Bright Sun handelt es sich um einen HQI Strahler mit UV-Anteilen, der sowohl UV-B als auch reichlich UV-A Strahlung abgibt. Es gibt diesen Strahler in 50 W, 70 W, je in zwei Lichtfarben, und einmal als Spotversion, sowie als 150 W Floodstrahler. Man kann sie relativ gut als Ganztagesbeleuchtung und UV-Quelle verwenden, da sie im Vergleich zu anderen UV Strahlern ein Vielfaches an Licht produziert.



Anmerkung

Allgemein ist noch anzumerken, dass eine UV Versorgung zwar wichtig ist, grade im Hinblick auf physiologisch wertvolle UV-B Anteile, aber keine "Eier legende Wollmilchsau" darstellt, aufgrund derer man die Vitaminversorgung oder allgemein Supplementierung seiner Tiere außer Acht lassen sollte.

Eine Gesunderhaltung der Tiere ist wenn, dann eher über reine Supplementierung als rein mittels einer UV-Lampe möglich. Eine Kombination aus beidem stellt jedoch wohl immer noch das Optimum da. Zu diesem Thema empfehlenswert ist auch unser Artikel Supplementierung.

Nähere Informationen über die richtige Supplementierung erhalten Sie im Kapitel... [ Supplementierung ]Zum Seitenanfang