Inkubation

Startseite » Haltung » Inkubation von Reptilieneiern

Inkubation von Reptilieneiern

 

Was erwartet Sie auf dieser Seite?


Zitat aus "Inkubation von Reptilieneiern" zum Thema 'Empfindlichkeit von Reptilieneiern'
Probleme bei der Inkubation von Reptilieneiern



Inkubieren bedeutet, das Ausbrüten von Eiern in einem dafür speziell angefertigten Behälter (Inkubator)
unter Aufsicht und stetig kontrollierten Bedingungen des Halters.

Nähere Informationen zu Inkubatoren erhalten Sie im Kapitel... [ Inkubator ]

Ist eine Inkubation erwünscht, werden die Eier vorsichtig ausgegraben und in einen Inkubator (Brutmaschine) überführt und auf das Brutsubstrat (z.B.: Torf-Sand-Gemisch, Vermiculite) gebettet.

Die Eier dürfen bei der Entnahme und Umsetzung in den Inkubator nicht gedreht werden:


nach oben

Zitat aus "Inkubation von Reptilieneiern" von G. Köhler, Herpeton Verlag, 1997

"... Während beim Vogel angenommen wird, dass die regelmässigen Drehungen der Eier durch die Elterntiere Verwachsungen von Embryo und Eihäuten verhindern sollen (NEW 1957), sind diese beim Reptilienei normal (EWERT 1985, FERGUSON 1985). Werden Repilieneier um die Horizontalachse gedreht, so ist das für die Embryonen in der Regel tödlich (BUSTARD 1972, LIMPUS et al. 1979, FERGUSON 1985). Allerdings liegen auch gegenteilige Untersuchungsergebnisse vor, nach denen ein Drehen der Eier auf den Kopf keinen Einfluss auf die Schlupfrate hatte (MARCELLINI & DAVIS 1982, FELDMANN 1983). Da Lageveränderungen jedoch unter natürlichen Bedingungen bei Reptilieneiern normalerweise nicht auftreten, sollten diese auch bei der künstlichen Inkubation unterbleiben, um kein Risiko einzugehen. ..."

"... Allerdings ist die Empfindlichkeit des Reptilieneies gegenüber Drehungen nicht während der gesamten Inkubationsdauer gleichermaßen ausgeprägt. Abgesehen von den ersten Stunden nach der Eiablage ist der Effekt von Lageveränderungen im ersten Drittel der Inkubationsperiode am grössten (JOANEN & McNEASE 1977, 1979, EWERT 1979, 1985, LIMPUS et al. 1979, BLANCK & SAWYER 1981, CHAN et al. 1985, FERGUSON 1985, CHAN 1989, DEEMING 1991). Bei Eiern, die nach diesem Zeitraum gedreht werden, führt diese Störung in der Regel dazu, dass das Jungtier das Ei nicht oben, sondern an der Unterseite öffnet (EWERT 1985). Da der Dotter ein höheres spezifisches Gewicht aufweist als das Zytoplasma, sinkt der Dotter beim frisch abgelegten Ei nach unten und der Embryo treibt an die Oberseite des Eies (BELLAIRS 1991). Das Anwachsen des Reptilienembryos stellt einen wichtigen Teil in seiner Entwicklung dar, da es dadurch zu einem Abtrocknen der Eischale unmittelbar über dem Embryo kommt. Dies erhöht wiederum die Sauerstoffdurchlässigkeit der Eischale und beugt damit einer Sauerstoffunterversorgung des Embryos vor (THOMPSON 1985, WHITEHEAD 1987). Bei auf den Kopf gedrehten Reptilieneiern befindet sich der Embryo unter dem Dotter und wird dort aufgrund seiner Verwachsungen mit den Eihäuten festgehalten und an einer Rückkehr an die Eioberfläche gehindert. Die große auf dem Embryo lastende Dottermenge verhindert eine normale Entwicklung und kann zu Missbildungen oder zum Tod des Embryos führen (EWERT 1985, FERGUSON 1985). Weiterhin kommt durch das Drehen der Eier die Dottermasse in Bewegung, was zum Zerreissen der Eihäute führen kann. Die Allantois ist diesbezüglich besonders empfindlich (FERGUSON 1985, THOMPSON 1985, WEBB et al. 1987a, b). In den ersten Stunden nach der Eiablage, wenn der Embryo noch nicht mit der Eimembran verwachsen ist, kann der Dotter noch frei im Ei rotieren. Nach dem ersten Drittel der Inkubationsdauer haben sich die extraembryonalen Eihäute voll entwickelt und ihre Verwachsungen mit der Eimembran sind so fest, dass sie durch Dotterbewegungen nicht mehr abgelöst werden (DEEMING 1991). ..."



Tympanocryptis tetraporophora, Paarung, EiablageDas Ausbrüten die Eier dauert einige Wochen bis Monate. Je nach Art weicht die Bruttemperatur minimal voneinander ab. Die vorherrschenden Temperaturen und Luftfeuchtigkeit spielen ebenfalls eine wichtige Rolle für gesunde und lebensfähige Jungtiere.

Starke Temperaturschwankungen, zu hohe oder niedrige Temperaturen wie zu nasses oder trockenes Substrat können zu einem Absterben oder Missbildung des Embryos führen.


Nach weiteren Wochen/Monaten bei passenden Temperaturen wie Luftfeuchtigkeit bilden sich kleine Flüssigkeitstropfen auf den Eiern. Diese Tropfen sind ein deutliches Zeichen für das bevorstehende Ausschlüpfen
der jungen Agamen.

Bald darauf stoßt der Kopf durch die Eihülle. Mit einem speziellen, nur dafür vorhandenen Eizahn schlitzen sie die ledrige Eihaut auf und verharren oftmals viele Minuten/Stunden in dieser Position bis sie das Ei vollständig verlassen.

Zwischen dem ersten und dem letzten Schlüpfling können durchaus einige Tage vergehen.


Die Jungtiere besitzen anfangs noch einen Dottersack, welcher erst nach vollständiger Resorption von alleine abfällt. Während dieser Zeit werden die Agamen wenig bis gar kein Futter zu sich nehmen, denn sie erhalten noch Vorräte aus dem Dottersack.


Kurz nach dem Schlupf werden die Jungtiere auf feuchtes Papier in einem Terrarium gesetzt um den Dottersack zu resorbieren und sich langsam an die Umgebungstemperaturen zu gewöhnen. Anschließend können sie in das Aufzuchtterrarium überführt werden.


nach oben

Probleme bei der Inkubation von Reptilieneiern


Richtiges Substrat

Erde, Torf, Sand, Moos und Vermiculite werden häufig bei der Inkubation von Reptilieneiern eingesetzt.
Meine persönliche Erfahrung zeigte mir das sich Vermiculite oder ein Torf-Sand-Gemisch am besten eignet.

Moos neigt zu Staunässe und dadurch entstehende Schimmelbildungen, Sand und Erde alleine speichern nur ungünstig das Wasser.


Unbefruchtete Eier & Wachseier

Nicht befruchtete Eier oder Wachseier können durch vorhandene Deformationen Probleme bei der Ablage bereiten.
Besonders Wachseier (besitzen keine Eischale, sind gelblich, hart - wächserne Konsistenz) sind oft deformiert und können zur Legenot führen .

Sollten sich die unbefruchteten Eier bei der Ablage von befruchteten Eiern nicht unterscheiden und erst nach einigen Tagen im Inkubator zusammen fallen, müssen sie schnellst möglich entfernt werden. Andernfalls können schnell Schimmelbildungen auftreten und befruchteten Eier schädigen.


Eingefallene, befruchtete Eier

Fallen befruchtete Eier plötzlichein, ist dies ein Zeichen das sie zu trocken inkubiert werden.
Sollten solche Probleme auftreten müssen Sie die Luftfeuchtigkeit erhöhen und das Substrat befeuchten um das Gelege zu retten.


Nach unten ausgebeulte Eier

Bei zu feuchter Inkubation und zu nassem Substrat wird die Eihaut leicht durchsichtig und hängt nach unten hin (Substratseite) durch.
Um das Gelege zu retten, müssen Sie einen neuen Behälter mit trockenerem Substrat richten, diesen auf Bruttemperaturen erwärmen und die Eier vorsichtig in diesen Behälter verlegen.


Schimmelbildung & faulende Eier

Unbefruchtete Eier oder Wachseier können schnell faulen und müssen aus dem bestehendem Inkubator + umliegendes Substrat entfernt werden.

Das gleiche gilt für schimmelnde Eier durch beispielsweise zu feuchter Inkubation.


Missbildungen beim Schlupf

Furchtbar für jeden Halter sind missgebildete, verkrümmte oftmals nicht selbstständig lebensfähige Jungtiere.
Diese jungen Agamen - sollten sie alleine Lebensfähig sein - sollten/dürfen nicht für weitere Züchtungen verwendet werden.
Sollten sie nicht alleine lebensfähig sein, erlösen Sie die Tiere von ihrem Leid und suchen einen Tierarzt auf.


Ein kleiner Knicks im Schwanz ist keine schwerwiegende Behinderung. Ein verkrümmter Rücken oder Kiefer kann zu Geh- oder Fressstörrungen führen, wodurch das Tier verendet oder Schmerzen erleidet.

Nähere Informationen erhalten Sie im Kapitel... [ Balz, Kopulation u. Ablage 'Supplementierung - Vitamin-/Mineralstoffversorgung' ]


Tote Jungtiere

Vorzeitig im Ei gestorbene Jungtiere, wie sterbende Jungtiere nach dem Schlupf führen meist auf eine nicht ausreichende Vitamin- und Mineralstoffversorgung der Muttertiere zurück. Auch schwankende Inkubationstemperaturen und Luftfeuchtigkeit können leittragende Aspekte sein.Zum Seitenanfang

Pogona vitticeps, Bartagame