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Aufzucht von Jungtieren

 

Sind die Jungtiere aus den Eier geschlüpft werden sie in ein kleineres und überschaubares Terrarium gesetzt. Die jungen
Agamen sollten die Möglichkeit haben, jederzeit ohne Schwierigkeiten bei der Fütterung zu den Futtertieren zu gelangen.


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Das Aufzuchtterrarium | Ernährung | Probleme während der Aufzucht


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Das Aufzuchtterrarium

Das Terrarium gleicht dem der Elterntiere, es ist nur ein wenig kleiner und überschaubarer für die kommende Beobachtung und Kontrolle
der Jungtiere.

Nach Möglichkeit "wächst" das Aufzuchtterrarium mit den Echsen mit. D.h. mit einem bestimmten Alter werden die Agamen in ein größeres
Terrarium umgesetzt.

Haltungsbedingungen wie die Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Einrichtungen bleiben der der Elterntiere gleich. Nur bei der Nahrung der Jungtiere
muss das ein oder andere beachtet werden, dazu jedoch später mehr.


Das Aufzuchtterrarium eignet sich nur für die ersten 2-7 Monate, je nach Art und Menge der darin gehaltenen Jungtiere.
Werden mehrere Jungtiere zusammen in einem Terrarium aufgezogen, wird es spätestens nach rund 1-3 Monaten nötig sein diese zu trennen und sie,
in kleineren Gruppen oder einzeln, in weiteren Terrarien aufzuziehen.
Sollten die Jungtiere weiterhin in dem kleinen Aufzuchtterrarium vergesellschaftet werden kommt es bald zu Aggressionen, Auseinandersetzungen und
Unterdrückung der schwächeren Tiere.
Kämpfe, Verbeißen in Gliedmaßen und Schwanz der Artgenossen und das daraufhin Absterben/-faulen der Schwanzspitze, Füße, Zehen, Haut (Nekrose),
sind die Folge.
Bitte informieren Sie sich vor dem/r Kauf/Zucht der von ihnen zu pflegenden Arten über die genaue Aufzucht und den Besatz (Einzelhaltung oder
Gruppenhaltung möglich).


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Ernährung

Es kann einige Tage dauern bis die jungen Agamen nach dem Schlupf die erste Nahrung zu sich nehmen. In der Regel gehen sie auf Nahrungssuche sobald der noch am Bauch hängende Dottersack resorbiert wurde und der ausgetrocknete Teil von alleine abfällt.

Junge Agamen benötigen deutlich kleinere Futtertiere als ihre Elterntiere und größeren Artgenossen.
Werden zu große Beutetiere verfüttert können diese im Rachen der kleinen Echsen stecken bleiben und zu einer Erstickung führen.

Die Futtertiere für junge Agamen sollten daher maximal so lang/massig wie die Breite des Kopfes der jungen Agamen sein. Lieber viele kleine Futtertiere als wenige, jedoch zu große!

Einige Arten wie zum Beispiel Tympanocryptis tetraporophora bevorzugen auch als adulte Tiere Bohnenkäfer, Blattläuse, Springschwänze usw...

Lebendfutter (Insekten), welche nicht von den Agamen verzehrt wurden, werden nach der Fütterung wieder aus dem Terrarium entnommen um eine Verletzung der Jungtiere während der Nachtruhe durch die Futterinsekten zu vermeiden.

Junge Agamen werden daher immer unter Aufsicht gefüttert. Ebenfalls ist ein genaues Beobachten notwendig um unterdrückte Jungtiere frühzeitig zu erkennen und passend darauf zu reagieren. Besonders während der Fütterung sind die Agamen oft aggressiv und beißen ihre Artgenossen.
Sollte dieses Verhalten auftreten, ist ein voneinander getrenntes Füttern notwendig.

Agamen ErnährungErnähren sich die Agamen nicht ausschließlich von Futtertieren sondern nehmen auch noch Nahrung in Form von pflanzlicher Kost zu sich, steht eine solche ganztägig im Terrarium zur Verfügung.

Nähere Informationen zur pflanzlichen Ernährung und Grünfutterliste von/für Agamen erhalten Sie im Kapitel... [ Pflanzliche Kost & Grünfutterliste ]



Futtertiere für junge Agamen

  • Microheimchen/-grillen (können für die jungen Agamen anfangs zu schnell sein und durch große Sprünge entkommen)
  • Junge Heuschrecken (die Stacheln auf den Beinen der Heuschrecken sind noch nicht ausgeprägt und somit ungefährlich)
  • Drosophila, Fliegen (flugunfähige Obstfliegen werden bevorzugt)
  • Springschwänze, Ofenfischchen, weiße Asseln (in einer flachen Schüssel verfüttern, andernfalls verstecken/-graben sie sich)
  • Wachsmaden (junge Wachsmaden, sehr nährstoffreiches Futter)
  • Getreideschimmelkäfer, -larven (nur selten verfüttern, schlechtes Ca/P Verhältnis, schlecht verdaulich)
  • Bohnen-, Erbsen-, Weizenblattlaus (langsame und interessante Futtertiere, leicht zu züchten)
  • Junge Schaben (je nach Art ein langsames und geeignetes Futtertier, meist nährreich und gern gefressen)
  • Wiesenplankton (Insekten welche mittels Netz auf unbelasteten Wiesen, Weg-, Waldrändern gefangen werden)


Wasserhaushalt

Nicht zu vergessen ist das regelmäßige Tränken der jungen Agamen. Eine flache Wasserschüssel (mit ca. 0,5 cm hohem Wasser gefüllt) sollte täglich angeboten werden!
Ebenfalls wird täglich Wasser über die Einrichtung im Terrarium gesprüht, von welcher die jungen Agamen die Wassertropfen auflecken können. Sollte dieses Verhalten nicht stattfinden werden sie per Hand mit einer Pipette im Terrarium getränkt.


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Probleme während der Aufzucht

Probleme durch Rangordnung bei Gruppenhaltung

Wie oben angesprochen bildet sich bereits innerhalb der ersten Tage/Wochen eine Rangordnung unter den Jungtieren. Die von den stärkeren Jungen unterdrückten Agamen müssen so früh wie möglich von ihnen getrennt und aufgezogen werden. Die unterdrückten zudem sichtlich geschwächten Agamen stellen als Folge die Futteraufnahme ein, wirken apathisch und legen sich mit geschlossenen Augen flach auf den Boden.

Bleibt ein Eingreifen seitens des Halters aus, verendet die Tiere aufgrund der konstanten Unterdrückung der stärkeren Artgenossen und dem dadurch entstehenden Stress.


Parasiten auf engem Raum - mangelnde Hygiene

Viele Jungtiere auf engem Raum bei mangelnder Hygiene laufen mehrmals am Tag über den von ihnen ausgeschiedenen Kot. Durch das vermehrte Füttern der Jungtiere setzen sie folglich auch täglich öfters Kot ab als adulte Agamen.
Wird hier nicht regelmäßig der Kot entfernt und die Tiere infizieren sich mit Endoparasiten kommt es zu einer explosionsartigen Vermehrung dieser und führt zum schnellen Tod der Agamen.

Aufgrund ihrer geringen Größe ist auch ein Behandeln mit Medikamenten und dessen richtige Dosierung sehr schwer.

Der Kot wird täglich entfernt, falls das Bodensubstrat aus Zeitungspapier/Küchenpapier besteht, wird dieses ebenfalls frisch eingelegt.


Häutungsprobleme

Oft verbleiben Häutungsreste am Körper der jungen Agamen und müssen vom Halter entfernt werden. Andernfalls wächst die Agame weiter und die verbleibende alte Haut schnürt die Gliedmaßen ab.
Die betroffenen Stellen werden nicht mehr ausreichend durchblutet und sterben als Folge ab. Z.B.: Zehen, Extremitäten und Schwanzspitzen (sogenannte Nekrose = Absterben von Zellen).

Die betroffenen Stellen werden mit Wasser befeuchtet, die Haut wird weich und kann vorsichtig vom Körper der Agame entfernt werden.

Werden Häutungsreste zu spät bemerkt und die betroffenen Körperteile sind nicht mehr zu retten (Verfärbung und Verhärtung), wird die Agame so bald wie möglich einem reptilienkundigen Tierarzt übergeben. Dieser wird den betroffenen Teil amputieren und die offene Wunde behandeln.

Nekrose bei Schwanzspitzten und Extremitäten kommt auch häufig bei Bissverletzungen durch andere Artgenossen vor. Bei solchen Beobachtungen müssen die Tiere voneinander getrennt aufgezogen werden!


Tympanocryptis tetraporophora, Taubagamen

Flüssigkeitsbedarf von Jungtieren

Abgesehen von Wald- und Tropenbewohnern benötigen auch junge Agamen, aus trockenen Verbreitungsgebieten, eine höhere Menge an Wasser als adulte Tiere. Eine kleine, sehr flache Wasserschüssel (ca. 0,5 cm hohem Wasser) sollte immer zur Verfügung stehen und wird täglich gesäubert, von Kot befreit und neu gefüllt.

Agamen erkennen das ruhige stehende Wasser nicht wirklich und reagieren nur auf eine direkte Berührung, z.B. in Form von sprühen und tränken mittels Pipette. Empfehlenswert ist es die Terrarieneinrichtung in der Früh, nach dem aktivieren der Beleuchtung, kurz zu übersprühen. Sollte später am Tag ein Trinken der Wassertropfen von den Einrichtungsgegenständen nicht beobachtet worden sein müssen die Agamen mit einer Pipette per Hand getränkt werden.

Mit dem Alter stellt sich dieses Bedürfnis von den meisten in Wüsten, Savannen und Steppen bewohnenden Agamen fast gänzlich ein.

Bleibt die Versorgung von Wasser bei Jungtieren aus können sie die Nahrungsaufnahme einstellen und verenden.


Probleme bei Wüstenterrarien und dessen Bodensubstrat

Ein häufiges Problem bei Wüstenterrarien bzw. Terrarium mit Sandböden ist der lose Sand, welcher von Jungtieren leicht verschluckt wird.
Das Verschlucken von Sand kann zu einem Darmverschluss und dem anschließenden Tod des Tieres führen. Ist ein häufiges Schlucken des Substrats zu beobachten muss dieses mit Zeitungspapier oder Küchenrolle vorerst ausgewechselt werden.


Probleme mit der Beleuchtung von kleinen Aufzuchtterrarien

Ebenfalls sollte darauf geachtet werden eine passende Beleuchtung zu benutzen und eine Überhitzung der kleinen Terrarien zu verhindern. Agamen aus Trockenregionen besitzen wie ihre Elterntiere andere Beleuchtungsanforderungen als Agamen aus Wäldern oder Tropen. Zudem können kleine Terrarien schneller überhitzten. Wird dies nicht bemerkt können die Agamen folglich an einer Überhitzung oder Dehydration sterben.

Ist das Aufzuchtterrarium zu klein und die benötigten z.B.: HCI oder CDM-R Strahler finden keinen Platz, auf Grund von zu geringem Abstand zu den Tieren, müssen diese durch passende T-Balken ausgetauscht werden.

Nähere Informationen zum Thema Beleuchtung erhalten Sie im Kapitel... [ Beleuchtung ]Zum Seitenanfang

Tympanocryptis tetraporophora, Taubagamen