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Pogona vitticeps, BartagameBalz, Kopulation und Eiablage

 

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Balz & Kopulation | Trächtigkeit & Eiablage |
Supplementierung - Vitamin-/Mineralstoffversorgung | Auftretende Probleme


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Balz & Kopulation

Nach einer erfolgreichen Überwinterung der Agamen oder ggf. kühleren Wintermonaten beginnt die Paarungszeit.
Die männlichen Agamen der verschiedenen Gattungen und Arten werben auf unterschiedlichste Art und Weise um die Weibchen.

Viele von ihnen nähern sich mit:

  • ruckartigen
  • nickenden Bewegungen
  • spreizen ihren Bart
  • färben ihn schwarz
  • ihre Körper-, Nacken-, Kehlfärbung wird intensiver oder verändert sich
  • usw.

Die weiblichen Agamen hingegen antworten mit einem langsamen Nicken, Armrudern, verfärben die Schuppen auf dem Hinterkopf und den Flanken oder legen sich auf den Rücken.


Kommt es zu einer Kopulation, beißt das Männchen dem Weibchen in den Nacken und schiebt seine Kloake unter ihre. Daraufhin wird einer der zwei Hemipenes in die Kloakenöffnung der weiblichen Agame eingeführt. Die eigentliche Paarung dauert meist nur wenige Sekunden.

Nicht jeder Nackenbiss - welcher das Weibchen unter dem Männchen fixiert - führt zu einer Kopulation. Oft flüchten die Weibchen vor dem aggressiven Verhalten der Männchen und ziehen sich im Terrarium zurück.


Während der Paarungszeit und häufigen Paarungsversuchen können bei den weiblichen Agamen Bissverletzungen im Nacken entstehen. Die Haut stirbt ab, offene Wunden und Entzündungen sind zu erkennen. Siehe Verletzungen.


Pogona vitticeps (Bartagame) Balz, Paarung, Eiablage

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Trächtigkeit & Eiablage

Während der Paarungszeit werden die weiblichen Tiere stark durch die männlichen Artgenossen gestresst. Eine Trennung nach Geschlechtern ist je nach Art, Besatz und Stressempfindlichkeit zu empfehlen.


War die Paarung und Befruchtung des Weibchens erfolgreich, erkennt man nach einigen Wochen und Monaten leichte Wölbungen im Bauchbereich, wo die Eier gegen die Bauchinnenseite drücken.

Bei jungen und alten Weibchen, welche nicht (mehr) so viele Eier ausbilden, ist eine Trächtigkeit oftmals nicht anzusehen.
Während der Paarungssaison sollte das Verhalten der Tiere genau beobachtet werden um ein gravides Weibchen frühzeitig zu erkennen.


Einige Agamenarten sind zu einer Amphigonia retardata (Spermaspeicherung) fähig. D.h. die Tiere können auch im Folgejahr, ohne eine weitere Befruchtung durch ein Männchen, befruchtete Eier legen.


Wenige Tage vor der Ablage der Eier, beginnt das Weibchen einen passenden Unterschlupf/Höhle zu suchen und erscheint dabei unruhig und nervös. Sie wird an verschiedenen Stellen im Terrarium Löcher graben und sich im späteren Verlauf für einen optimalen Ablageplatz entscheiden - sogenannte Probegrabungen.

Dem Weibchen müssen mehrere Ablagemöglichkeiten zur Verfügung stehen. Um dies zu gewährleisten schütten Sie an mehreren Stellen im Terrarium grabfähiges Substrat auf und befeuchten es.
Die Substrattiefe sollte am besten so hoch sein wie die Gesamtlänge der Agamen. Natürlich kann dies bei großen Arten nicht immer realisiert werden, wodurch die Substrattiefe mindestens so hoch sein sollte wie die Körperlänge (KL) der Agamen.

Ebenfalls dürfen diese Eiablagestellen nicht zu kühl liegen und können durch Lampen auf ähnlichen Temperaturen wie während der Inkubation gebracht werden.


Vorbereitung

  • An mind. 2-3 Stellen im Terrarium grabfähiges Substrat aufschütten
  • leicht befeuchten (nicht nass!)
  • Sichtschutz - Wurzeln, Stämme, Rindenstücke,... - anbringen

Ablagekisten, welche meist aus Plastik/Holz besteht und mit grabfähigem Substrat gefüllt sind, stellen eine weitere
Option einer leichten Auffindung der Eier dar.

  • Integrierte Ablagekiste im Terrarium
  • Ablagekiste die aus dem Terrarium entfernt wird

Die Höhlen/Gänge der Probegrabungen werden meist nicht zugeschüttet und bleiben offen liegen. Anders jedoch bei einer erfolgreichen Ablage wo die Ablagestelle nahezu perfekt und ohne Spuren zu hinterlassen, vergraben wird.

Markierte Ablagestellen - Längsstreifen über das Substrat ziehen - sind zu empfehlen. Können Sie die Eiablage nicht beobachten und möchte das Terrarium nicht unnötig (auf der Suche nach den Eiern) umgraben, können diese Markierungen sehr hilfreich sein.

Während der Eiablage benötigen die Weibchen ausreichend Ruhe und sollten nicht gestört werden. Sie könnten die Artgenossen beispielsweise in ein Ausweichterrarium überführen.

Das Graben der Höhle wie Ablegen der Eier nimmt mehrere Stunden in Anspruch.
Anschließend wird das Gelege mit den Vorderextremitäten verschüttet, mit dem Kopf/Schnauze das Substrat fest gedrückt und mit dem Schwanz die verschüttete Ablagestelle geglättet.


Das Weibchen verharrt noch einige Zeit in der Nähe des Geleges, entfernt sich jedoch bald. Währen dieser Zeit härten die Eier noch etwas aus und können nach Entfernen des Weibchens entnommen und bei Wunsch in einen Inkubator überführt werden.

Eine weitere Brutfürsorge wird nicht betrieben.


Nähere Informationen zur Inkubation von Reptilieneiern erhalten Sie im Kapitel... [ Inkubation ]

Nähere Informationen zu Inkubatoren erhalten Sie im Kapitel... [ Inkubator ]


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Supplementierung - Vitamin-/Mineralstoffversorgung

Die meisten Agamenweibchen können während einer Saison mehrere Gelege mit unterschiedlich vielen Eiern ablegen.

Dies bedeutet für den weiblichen Körper der Agamen einerseits Stress, andererseits wird er durch die stetige Produktion und Ausbildung der Eier belastet und ausgezerrt. Daher ist es besonders wichtig auf eine regelmäßige und ausgewogene Vitamin- und Mineralstoffversorgung zu achten!


Bei einer Unterversorgung können verschiedene Probleme auftreten:

  • Missbildungen der Jungtiere
  • hohe Sterblichkeitsrate vor dem Schlupf
  • hohe Sterblichkeitsrate nach dem Schlupf
  • schwache und nicht lebensfähige Jungtiere
  • Legenot

Nähere Informationen zur richtigen Supplementierung erhalten Sie im Kapitel... [ Supplementierung ]



Die erste Abbildung (oben) zeigt ein gravides Pogona vitticeps (Bartagamen) Weibchen welches kurz vor der Eiablage steht.

Die zweite Abbildung (links) zeigt Ihnen die folgende Eiablage und das anschließende Vergraben der Eier des Weibchens. Das letzte Bild der Bilderserie zeigt das von dem Halter ausgegrabene Gelege.

Die dritte Abbildung (unten) zeigt Ihnen ein gravides Tympanocryptis tetraporophora (Taubagamen) Weibchen welches vor und nach der Eiablage abgebildet wurde.

Die Folgen einer Eiablage zeigen ein ausgezerrtes Weibchen. Nach einigen Tagen und ausreichend ausgewogener Ernährung verschwinden die Falten und der weibliche Körper erscheint fülliger.



Tympanocryptis tetraporophora, Taubagame


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Auftretende Probleme


Wachseier

Das Weibchen kann unbefruchtete Eier - ohne Zutun eines Männchens - ausbilden und ablegen. Diese sogenannten Wachseier sind unbefruchtet, gelb, teilweise verformt und/oder werden erst nach wenigen Tagen im Inkubator gelb und fallen ein.

Diese Eier können im schlimmsten Fall durch Deformationen im Körper des Weibchens verbleiben und zu einer Legenot führen.



Legenot

Weibchen welche die Eier im Körper behalten und sie nicht ablegen bzw. nicht im Stande sind diese abzulegen.


Ursachen hierfür könnten sein:

  • Stress (Artgenossen, Menschen, Transport)
  • Erkrankungen
  • Fehlen von geeigneten Eiablageplätzen
  • Zu sehr geschwächtes Weibchen (fehlende Ruhephasen zwischen den Gelegen)
  • Mineralstoff- & Vitaminversorgung (vor, während und nach der Trächtigkeit/Ablage unzureichende Versorgung)
  • Weitere falsche Haltungsbedingungen...

Anzeichen für eine Legenot:

  • Die Probegrabungen wurden abrupt eingestellt und nicht wieder aufgenommen
  • Nahrungsverweigerung oder fängt plötzlich an zu fressen
  • Apathisches VerhaltenPogona vitticeps (Bartagame) Balz, Paarung, Eiablage
  • Geschlossene Augen
  • Hochgewölbter Rücken

Bei einer Legenot ist unverzüglich ein reptilienkundiger Tierarzt aufzusuchen.

Werden die Eier nicht früh genug abgelegt/entfernt, besteht für das Weibchen Lebensgefahr.



Verletzungen

Verletzungen durch Nackenbisse sind nicht ungewöhnlich, jedoch sollte dem Weibchen Ruhephasen gegönnt werden. Fallen diese Verletzungen zu stark aus, müssen die Geschlechter voneinander getrennt und das Weibchen behandelt werden.

Nähere Informationen zu Verletzungen erhalten Sie im Kapitel... [ Erkrankungen u. Verletzungen ]

(Rechte Abb. zeigt eine Bissverletzung durch das Festbeißen des Männchens während der Paarung)Zum Seitenanfang