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Uromastyx ornata, DornschwanzagameFutterpflanzen und Koerner

 

Diese Seite soll Ihnen grundsätzliche wie auch weiterführende Informationen zur Ernährung von Pflanzen fressender Reptilien vermitteln.


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Grundsätzliches zur Ernährung und Zusammenstellung von pflanzlichen Futterrationen
Grünfutterliste | Wildkräuter, Wildpflanzen und Sonstiges
Kulturgemüse, Salate und Küchenkräuter
Allgemeine Tipps und Ergänzungen zur Grünfutterliste


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Grundsätzliches zur Ernährung und Zusammenstellung von pflanzlichen Futterrationen

Da im Allgemeinen kaum ein Reptilienhalter sich die Mühe machen wird die Originalpflanzen aus dem Habitat zu kultivieren oder in größeren Mengen zu kaufen, und dies, wie die Erfahrung zeigt, auch gar nicht notwendig ist, stellt sich natürlich die Frage, welche Pflanzen als Ersatznahrung Verwendung finden können?
Diese Frage soll im Folgenden, soweit dies im Umfang dieser Homepage möglich ist, beantwortet werden.

Für Reptilien geeignete Futterpflanzen zu finden, ist eigentlich ganz einfach, wenn man bei deren Auswahl ein paar Punkte beachtet.
An erster Stelle bei der Fütterung sollten Wild- und Unkräuter aus dem Garten stehen, Salat, Blattgemüse und Wurzel- bzw. Knollengemüse, Keimlinge und Sprossen sollten dagegen eher zur Ergänzung zugefüttert werden und um eine größere Abwechslung in den Speiseplan seiner Tiere zu bringen.

Die Vorteile der Wildkräuter gegenüber den Kulturpflanzen liegen im Allgemeinen in einem höheren Rohfaser- und Ballaststoffanteil, einem geringeren Wassergehalt, einem besseren/optimalerem Kalzium-Phosphorverhältnis, insgesamt größerer Mengen an Kalzium und Phosphor sowie einem höheren Mineral-und Vitamingehalt. Diese Zusammensetzung stimmt schon um einiges besser mit derer, die die meisten Futterpflanzen im Habitat besitzen, überein.

Eine differenzierte und genauere Auflistung einzelner geeigneter Futterpflanzen finden sie in der Grünfutterliste.


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Grünfutterliste

Die folgen Grünfutterliste ist in zwei Bereiche unterteilt.

Einmal Wildkräuter, Wildpflanzen sowie die Sonstigen (hiermit ist alles gemeint was nicht direkt eindeutig anderweitig zugeordnet werden konnte) und den Bereich Kulturpflanzen, Salat und Küchenkräuter.

Generell sollte das Verhältnis der Futterauswahl zu Gunsten der ersten Tabelle hin verschoben werden, also sprich es sollten primär Wildkräuter und Wildpflanzen verfüttert werden und dies sekundär mit Futterpflanzen aus der zweiten Tabelle ergänzt werden.


Legende:

---Farbe--- Pflanzen die besonders gut geeignet sind, sei es aufgrund ihres positiven Ca-Phosphat Verhältnis, oder vergleichsweise hohen Gehalten an Vitaminen, Mineralien oder Spurenelementen, insbesondere Kalzium

 

Fehlende Bilder und Blüten der einzelnen Arten zu "Wildkräuter, Wildpflanzen und Sonstiges" werden laufend nachgereicht.
Bilder zu "Kulturgemüse, Salate und Küchenkräuter" werden in den kommenden Wochen/Monaten hinzugefügt.


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Wildkräuter, Wildpflanzen und Sonstiges


Bilder

Name

wissenschaftliche Bezeichnung

Bemerkungen / Besonderheiten

  Ackerwinde Convolvulus spp.  
  Winterkresse Barbarea vulgaris  
  Breitwegerich Plantago major  
  Brennnessel Urtica dioica Junge Triebe oder getrocknet
  Brombeere Rubus spp. Blätter
  Eselsdistel Onopordon acanthium Hier sind vor allem junge Blätter und Triebe gemeint, da die alten doch recht stachelbewährt und derb sind. Die Pflanze enthält besonders viel Feuchtigkeit.
  Gänseblümchen Bellis perennis  
  Geißfuß (Giersch) Aegopodium podagraria Unkraut das stark wurzelt und sich wuchernd verbreitet
  Goldnessel Lamium galeobdolon  
  Hibiskus, Eibisch Hibiscus spp. Vor allem die großen, bunten Blüten
  Himbeere Rubus idaeus Blätter
  Huflattich Tussilago farfara Vor allem die gelben Blüten
  Kamille Matricaria spp.  
  Klee (versch. Gattungen) Trifolium / Medicago spp. Sauerklee nur in geringen Mengen
  Kleiner Wiesenknopf Sanguisorba minor  
  Löwenzahn (Pusteblume) Taraxacum, Leontodon Im Norddeutschen auch Butterblume genannt, die nicht mit dem Hahnenfuß verwechselt werden sollte.
  Luzerne Medicago sativa Generell sehr gute Futterpflanze
  Malven Malva spp.  
  Mariendistel (Milchdistel) Silybum marianum  
  Spitzwegerich Plantago lanceolata  
  Taubnesseln Lamium spp.  
  Trichterwinde Ipomoea violacea  
  Vogelmiere Stellaria media Vergleichsweise hoher Vitamin C Gehalt,
  Wegwarte Cichorium intybus Aufgrund enthaltener Bitterstoffe nicht bei allen Tieren gleichermaßen beliebt. Wildform des Chicorée
  Wiesenpippau Crepis biennis Ähnelt etwas dem Löwenzahn, ist aber schmaler und hat länger Stängel und kleinere Blüten.
  Winterwicke (Sommerwicke) Vicia spp.  
  Zaunwinde Calystegia sepium  


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Kulturgemüse, Salate und Küchenkräuter


Bilder

Name

wissenschaftliche Bezeichnung

Bemerkungen / Besonderheiten

  Basilikum Ocimum basilicum Aufgrund der ätherischen Öle nicht in allzu großen Mengen verfüttern
  Bleichsellerie Apium graveolens spp. Oxalsäure haltig, daher nur geringer Anteil als Beifutter
  Blumenkohl Brassica oleracea var. silvestris Hoher Vitamin C und Mineralgehalt
  Borretsch Borago officinalis Besonders die blauen Blüten sind bei einigen Tieren heiß begehrt
  Broccoli Brassica oleracea var. italica Vitamin- und Mineralhaltig
  Chicoree Cichorium spp. Gutes Futtermittel, sofern es aufgrund der Bitterstoffe angenommen wird.
  Chinakohl Brassica rapa ssp. pekinensis  
  Dill Anethum graveolens  
  Endiviensalat Cichorium endivia Gutes Futtermittel
  Erbsen Pisum sativum Nur in kleinen Mengen
  Feldsalat (Rapunzel, Ackersalat) Valerianella spp.  
  Fenchel Foeniculum vulgare Hauptsächlich die Blätter, weniger die Knolle
  Golliwoog (Kriechendes Schönpolster) Callisia repens  
  Keimlinge (Alfalfa, Brokkoli, Bockshornklee, Erbsen, Linsen, Weizen)   Teils sehr proteinreich, vitamin- und mineralstoffhaltig, als Beifutter gut geeignet
  Karotten (auch das Kraut) Daucus carota ssp. sativus Gutes Ca/P Verhältnis, vitamin- mineralstoffhaltig
  Kohlrabi Brassica oleracea var. gongylodes Blätter, weniger die Knolle
  Kresse (Brunnenkresse, Gartenkresse, Kapuzinerkresse) Lepidium, Nasturtium, Tropaeolum, Barbarea Vor allem Brunnenkresse ist gut geeignet
  Kürbis Cucurbita spp. Besonders die Blüten, die anderen Teile sind nicht so geeignet
  Mangold Beta vulgaris spp. Oxalsäurehaltig, daher nur in geringen Mengen füttern
  Okra Abelmoschus esculentus Nur selten und in geringen Mengen anbieten
  Paprika Capsicum spp. Nur Bioware oder aus dem Garten, da er häufig gespritzt ist
  Petersilie Petroselinum crispum Hier ist vor allem die natürlichere glatte Blattpetersilie gemeint, die Gekräuselte ist eine heraus gezüchtete Art für die Küche.
  Porree (Lauch) Allium ampeloprasum Nur grüne Teile, die weißen Wurzelansätze nicht
  Portulak Portulaca spp.  
  Radicchio Cichorium intybus var. foliosum Zuchtform der Chicorée, daher auch etwas bitter, aber ansonsten gutes Futter
  Radieschengrün Raphanus sativus spp. Frisch aus dem Garten, wird von vielen Arten gerne genommen
  Romanasalat   Bestes Ca/P Verhältnis unter den Salaten
  Rosenkohl Brassica oleracea spp.  
  Rote Beete Beta vulgaris spp. Blätter
  Ruccola (Rauke)    
  Runkelrübe   Nur Bioware oder aus dem eigenen Anbau
  Schnittlauch Allium schoenoprasum Nur in geringen Mengen, da ätherische Öle
  Topinambur Helianthus tuberosus Besonders die Blätter und Blüten
  Zitronenmelisse Melissa officinalis  
  Zucchini   Besonders die Blüten


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Allgemeine Tipps und Ergänzungen zur Grünfutterliste

  • Bei  Kulturgemüse und Salaten sind Pflanzen aus dem eigenen Garten oder aus dem Bioanbau gegenüber Discounterware zu bevorzugen. Konventionell erzeugte Ware wird häufig unter Verwendung hoher Nährstoffmengen, im Gewächshaus oder unter Folie schnell hochgezüchtet; langsamer wachsende Pflanzen aus dem eigenen Garten sind daher in jedem Fall die bessere Wahl.

  • Die Mineralgehalte der Futterpflanzen unterliegen je nach Nähr- und Mineralstoffgehalt der Böden auf denen sie wachsen teils erheblichen Schwankungen. Daher  können die Angaben von Nährstofftabellen teils erheblich voneinander abweichen. Deshalb ist es nicht zwangsläufig verwunderlich, wenn sie bei Recherchen in Büchern oder im Internet andere Werte findet.

  • Der Protein und Vitamingehalt von Futterpflanzen teils erheblich mit deren Entwicklung und der Jahreszeit schwankt. Während vor der Blüte, im Frühjahr, in den jungen und zarten Trieben relativ viel pflanzliches Eiweiß steckt, wird dies ab der Blütenbildung in erster Linie in die Blüten gehen und nachdem die Pflanze geblüht hat im Allgemeinen wesentlich weniger werden.

  • Obst sollte den Tieren, wenn überhaupt, nur gelegentlich in sehr geringen Mengen verfüttert werden. Je nach Sorte enthält Obst teils vor der Reife ziemlich viel Säure, und im ausgereiften Zustand teils recht viel Zucker (Fruchtzucker). Beides kann die Verdauungstätigkeit mancher Arten stören und vor allem ein längerfristiger Zuckerüberschuss kann zur starken Vermehrung sonst harmloser Hefepilze im Darm führen.
    Auch enthalten grade viele Zitrusfrüchte, Melone und einige Steinobstsorten für die Tiere einfach unnatürlich viel Flüssigkeit, was dann in dünnflüssigem Kot bis hin zu Durchfall enden kann.

    Des Weiteren gilt auch bei Obst: Vorzugsweise auf Bioware oder Früchte aus dem eigenen Garten zurückgreifen sowie gekauftes Obst gründlich waschen bzw. eventuell auch schälen.

  • Generell gilt, dass Pflanzen, hier sind vor allem Kräuter gemeint, die größere Mengen an ätherischen Ölen enthalten, nur in kleineren Mengen und nicht allzu häufig verfüttert werden sollten

  • Pflanzen die besonders gut geeignet sind, sei es aufgrund ihres positiven Ca-Phosphat Verhältnis, oder vergleichsweise hohen Gehalten an Vitaminen, Mineralien oder Spurenelementen, insbesondere Kalzium, sind in der Liste durch grüne Färbung besonders hervorgehoben.
    Generell gilt jedoch, je mehr Abwechslung desto besser, da jede Futterpflanze eine andere Zusammensetzung aufweist und bei abwechslungsreicher Fütterung somit auch eventuell in einer Pflanze nur einseitig enthaltene Nährstoffe ausgeglichen werden.

Sollten Fragen, Unklarheiten oder Verbesserungsvorschläge auftauchen, können Sie uns entweder per Kontaktformular erreichen, oder schreiben sie das Teammitglied persönlich an.Zum Seitenanfang