Uromastyx ornata

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Uromastyx ornata  Heyden, 1827

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Trivialnamen

D: Bunte Dornschwanzagame
E: Ornate Mastigure



Systematik

» Familie: Agamen (Agamidae)
  » Unterfamilie: Schmetterlingsagamenartige (Leiolepinae, Uromasticinae)
    » Gattung: Dornschwanzagamen (Uromastyx)
      » Art: Bunte Dornschwanzagame (Uromastyx ornata)



Verbreitung und Lebensraum

Die bunte Dornschwanzagame bewohnt felsige Gebiete im Südsinai, das südliche Israel und die östlich
ans rote Meer grenzenden Küstenregionen
der arabischen Halbinseln.



Beschreibung und Einordnung

Bei Uromastyx ornata handelt es sich um eine mittelgroße Art - bis max. 38 cm große - aus dem Ocellatakomplex, die sich aus zwei Unterarten,
der Nominatform Uromastyx ornata ornata und der Unterart Uromastyx ornata philby zusammensetzt. Die Verwandtschaftsverhältnisse dieser
Unterarten sind noch nicht abschließend geklärt.

Das prägnanteste Unterscherscheidungsmerkmal zur Nominatform, stellt der im Vergleich kürzere und dickere Schwanz da.
Charakteristisch für diese Art sind außer der auffälligen Färbung vor allem die vergrößerten Schuppen, die sich am vorderen Rand der Ohröffnung
befindet.

Für terraristische Zwecke spielt nach heutigem Stand fast ausschließlich Uromastyx ornata ornata eine Rolle, vereinzelt wurden aber auch schon U. philby verkauft. Uromastyx ornata wurde 1827 von Heyden erstbeschrieben, im Jahre 1938 wurde die Unterart U. philby von Parker beschrieben.



Geschlechtsmerkmale

Die Geschlechtsunterschiede sind dank des ausgeprägten Geschlechtsdichromatismus in den meisten Fällen recht deutlich und relativ einfach zu erkennen. Die Männchen dieser Agamenart sind mit das farbigste, bunteste und prächtigste was die Gattung Uromastyx so zu bieten hat. Allen Tieren gemeinsam, sind die markanten, gelben Zeichnungen, die vom Nacken über den gesamten Rücken bis zum Schwanzansatz verlaufen und seitlich bis in die Flankenregionen reichen können. Sie ähneln in ihrer Form teilweise den Ocellen der geschmückten Dornschwanzagame. Manche Tiere haben eine eher punktförmige Zeichnung, wohingegen diese bei anderen zu einer Querbänderung zusammenverläuft.

Rücken, Kopf und Kehlregion der adulten Männchen sind oft sehr farbintensiv blau gefärbt. Seltener kommt auch eine grüne oder rötliche Farbform vor und auch Mischtöne, vor allem zwischen blau und grün treten auf.

Die Weibchen sind dagegen deutlich schwächer gefärbt. Bei ihnen sind zumeist nur die gelben Zeichnungen auf dem Rücken vorhanden, die sich gegen eine braune, seltener auch leicht bläuliche, grünliche oder rötliche Grundfärbung abhebt. Diese kommt aber nur in Ausnahmefällen an die Intensität derer eines Männchens heran. Die Kehl- und Bauchregionen der Weibchen sind normalerweise hingegen völlig farblos, nur weiß oder leicht cremefarben gefärbt und zeigen kaum bis keine Farbanteile, wohingegen bei den Männchen auch auf der Bauchseite oft eine deutlichere Färbung vorhanden ist.


Uromastyx ornata, Bunte Dornschwanzagame


Besonderheiten bei der Haltung

Wie die anderen Arten aus felsigen Wüstenregionen, benötigt auch Uromastyx ornata eine Terrariengestaltung mit ausreichenden Klettermöglichkeiten in Form von Ästen, Rindenstücken oder Natur- bzw Kunststeinen. Die Tiere graben gerne, weshalb zumindest an einer Stelle ausreichend hohes Substrat, sowie künstliche Verstecke in ausreichender Zahl vorhanden sein müssen.

Drei differenzierte Bedingungen sind für diese Arten im Besonderen zu beachten:



Klimatische Bedingungen

Aufgrund der Nähe zum roten Meer und der dortigen klimatischen Verhältnisse gibt es keine so stark verlaufenden Tag-Nacht Schwankungen wie bei den Inlandarten. Auch im Winter fallen die Temperaturen nicht so stark ab wie zum Beispiel in der Zentralsahara. Daher reicht auch für diese Art eine leichte, und milde „Winterruhe“ im Terrarium völlig aus. Diese sollten analog für Uromastyx ocellata aus einer reduzierten Beleuchtungsdauer, einem leichten Herabsetzen der Umgebungstemperatur und einer umgestellten, auf Trockenfutter basierenden, Ernährung mit Sämereien und  Trockenkräutern bestehen. Die Tiere müssen aufgrund der Verdauung des Futters unbedingt ihre Vorzugstemperaturen erreichen.

Manche Halter belassen über den Winter einfach alles beim Alten und senken nur die Beleuchtungsdauer etwas in Kombination mit einem Spotstrahler weniger im Terrarium. Bei passenden Temperaturen kann dies bereits genügen. Anschließend sollte aber entsprechend weitergefüttert werden, damit die Tiere nicht abnehmen oder austrocknen und Schaden nehmen. Manche Halter überwintern aber auch diese Art in stärkerem Ausmaß, hier sollte man sich bei Nachzuchten am Besten beim Züchter informieren.

Temperaturgefälle bei Nacht für Jungtiere

Besonderes Augenmerk liegt bei Uromastyx ornata auch bei der Jungtieraufzucht auf den Nachttemperaturen. Die Art neigt meiner Meinung nach gerade in den ersten Lebensmonaten bis hin zu 1-1.1/2 Jahren, aufgrund zu kühler Nachttemperaturen relativ schnell dazu ihr Futter zu erbrechen. Daher sollten bei Jungtieren die Temperaturen nachts auch nicht unter 22° fallen, dies lässt sich recht einfach mit einer schwachen Heizmatte/einem Heizkabel erreichen.



Besatz & Verhalten

Der letzte Punkt, ist die Verträglichkeit.
Grade bei dieser Art ist, zusammen mit Uromastyx acanthinura, die Vergesellschaftung mehrerer Tiere häufig recht kompliziert, da ein hohes Maß an Aggressivität unter den Tieren sowie ein ausgeprägtes Revierverhalten auftreten kann.
Generell kommt nur eine paarweise Haltung oder Einzelhaltung in Frage. Auch Weibchen vertragen sich oft untereinander nur zeitweise oder gar nicht. Ebenfalls gibt es sehr aggressive Tiere, welche man am Besten ganzjährig - bis auf die Paarungssaison, sollte der Wunsch einer Zucht bestehen – einzeln hält.

Auch Jungtiere können bei einer Gruppenaufzucht teilweise besonders ruppig gegenüber unterlegenen Artgenossen agieren, hier spielt das Geschlecht oft noch keinerlei Rolle.
Generell ist anzumerken, dass bei dieser Art Vorsicht geboten ist. Besonders im Vergleich mit sozial wesentlich verträglicheren Arten wie den U. geyris oder U. hardwickiis fallen hier deutliche Unterschiede auf.

Alle weiteren Aspekte der Haltung stimmen mit der für die Gattung üblichen Haltung überein, und können im allgemeinen Kapitel Uromastyx nachgelesen werden.



Literatur

Evers M. (2007): Die bunte Dornschwanzagame (Uromastyx ornata). Münster: Natur und Tier Verlag.

Löhr. B & Wilms T., Müller H. D: Bunte Juwelen im Terrarium – Erfahrungen bei der langjährigen Pflege und Vermehrung von Uromastyx ornata bis zur zweiten Filialgeneration. Münster: NTV, Draco (10): S. 41-49.

Molco D. (2007): Beobachtungen zur Lebensweise von Uromastyx ornata in den Eilat Bergen(Israel). Münster: NTV, Draco (31): S. 54-60.

Petri, Claudia (2006): Haltung und Zucht der bunten Dornschwanzagame im Terrarium. Iguanarundschreiben (2/2006): S. 26-32.

Wilms T. (2007): Philbys Dornschwanzagame(Uromastyx ornata philby) - über eine fast unbekannte Schönheit. Münster: NTV, Draco (31): S. 61-66.

 

Gezeichnet: © 2010 Andreas KriegerZum Seitenanfang

Uromastyx ornata, Bunte Dornschwanzagame