Uromastyx ocellata

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Uromastyx ocellata  Lichtenstein, 1823

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Trivialname

D: Geschmückte Dornschwanzagame
E: Ocellated Spinytail 



Systematik

» Familie: Agamen (Agamidae)
  » Unterfamilie: Schmetterlingsagamenartige (Leiolepinae, Uromasticinae)
    » Gattung: Dornschwanzagamen (Uromastyx)
      » Art: Geschmückte Dornschwanzagame (Uromastyx ocellata)



Verbreitung und Lebensraum

Wie die anderen Arten des Ocellatakomplexes stammt auch diese Art aus der Region um das rote Meer. Sie kommt jedoch im Gegensatz zu U. ornata und U. benti, nur westlich des roten Meeres vor. Bewohnt werden mehr oder weniger felsige, karge Landstriche in Eritrea, Dschibuti, Südost-Ägypten, Äthiopien, Somalia und dem Sudan.



Beschreibung, Einordnung, und Geschlechtsunterschiede

Bei Uromastyx ocellata, die im deutschen häufig als “geschmückte Dornschwanzagame” bezeichnet wird, handelt es sich um eine der kleineren Arten der Gattung. Sie ist Namens gebend für die Vertreter des Ocellatakomplexes. Die Art wird zwischen 22 und 30 cm groß, wovon der Schwanz knapp die Hälfte der Gesamtlänge einnimmt. Mit 2-5 Jahren sind Nachzuchten in der Terrarienhaltung in der Regel “ausgewachsen” und mit zwei Jahren können sie bereits die Geschlechtsreife erreichen. Männchen sind hier häufig etwas früher bereit als gleichaltrige Weibchen.


Charakteristisch für die geschmückte Dornschwanzagame, sind die weißen, auch Ocellen genannten, Flecken auf dem Rücken. Eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht eigentlich nur mit Uromastyx ornata, zumal diese in der veralterten Literatur teils auch noch als Uromastyx ocellata ornata bezeichnet wird. Die Ocellen sind aber durchaus zu unterscheiden und bei Ornatas auch nicht weißlich sondern immer gelblich, außerdem lässt sich anhand des Gesamtbildes eigentlich immer eine klare Unterscheidung treffen.
Generell sind Männchen auch bei dieser Art wieder wesentlich farbintensiver und bunter gefärbt als die oft nur schlicht und blass wirkenden Weibchen. Die Rücken- und Flankenpartien sind, genau wie auch der Kopf und die Kehlregion, grünlich, leicht ins Türkis gehend, grün-bläulich(selten auch mit hohem Blauanteil), bräunlich, rot oder orangerot gefärbt. Es treten hier viele Mischtöne und Farbabstufungen auf, aber am häufigsten sind wohl grüne, rote oder auch schlicht bräunlich gefärbte Männchen. Die Weibchen zeigen normalerweise, von einigen wenigen bunteren Ausnahmen abgesehen, keine Kehlfärbung, und nur eine schwache bis nicht vorhandene Rücken und Kopffärbung, häufig sind sie einfach nur leicht bräunlich oder schmutzgrün gefärbt. Die Bauchseiten weiblicher Tiere sind weiß bis leicht gelblich, wohingegen bei den Männchen auch hier leichte Einfärbungen vorkommen können.


Uromastyx ocellata, Geschmückte Dornschwanzagame

Besonderheiten für die Haltung

Wichtig in der Terrarienhaltung ist es dem Kletterbedürfnis, speziell dieser kompakt und leicht gebauten Art unter den Uromastyx, nachzukommen. Natürlich klettert auch diese Art nie so gut wie ein Halsbandleguan oder ein Hardun, aber sie hat im Vergleich zu den deutlich trägeren und massigeren nahen Verwandten hier doch durchaus ihre Vorteile und lebt diese auch gerne aus. Daher ist eine stabile widerstandsfähige Rückwand im Terrarium, die am besten durch zahlreiche künstliche Plateaus sowie einige dicke Äste, Rindenstücke und eventuell robuste Pflanzen ergänzt wird, absolut empfehlenswert. Des Weiteren kann man die Sonnenplätze dann auch etwas höher gelegen ausrichten. Meine Tiere lagen hier oft stundenlang in einer Höhe von 60-80 cm auf einem Felsvorsprung der Rückwand und sonnten sich, wobei sie so auch weniger schreckhaft wurden, da sie ein Sicherheitsgefühl bekommen und so alles besser überblicken können.


Wie bei den anderen Arten empfiehlt sich auch für Ocellatas eigentlich nur eine paarweise Haltung. Selbstverständlich ist auch eine Einzelhaltung möglich. Aber auf das Zusammensetzen von mehreren Weibchen zu einem Männchen und auch die Haltung weiblicher Tiere untereinander sollte man besser verzichten, da sich dies im Terrarium häufig in zeitweiser bis permanenter Unterdrückung, Aggressionen oder dem Kümmern einzelner Tiere ausdrückt. Pärchen kommen in der Regel gut miteinander klar, was aber auch nicht heißt, dass jedes Männchen und jedes Weibchen sofort miteinander harmonieren.

Ansonsten gilt es lediglich, grade bei den juvenilen und semiadulten Exemplaren, bei der Fütterung auf die etwas geringere Größe des Futters zu achten und die Winterruhe sollte entsprechend dem Klima in den Herkunftsländern, typisch für den Ocellatakomplex, milder ausfallen als dies bei den Inlandarten oder Vertretern anderer Komplexe der Fall ist. Eine verkürzte Beleuchtungsdauer von 8 Stunden pro Tag, eine der reduzierten Beleuchtung entsprechend kürzere Erwärmung der Sonnenplätze, sowie eine Absenkung der Gesamttemperaturen im Terrarium um etwa 5-10° C, in Kombination mit reiner Fütterung von Sämereien und hin und wieder trockenes Grünfutter, reichen bei dieser Art normalerweise vollkommen aus um die Winterruhe im Terrarium zu durchlaufen. Zu beachten ist, dass solange gefüttert wird, auch die für die Verdauung notwendigen Temperaturen erreicht werden müssen.

Alles andere entspricht den allgemeinen Haltungsempfehlungen der Gattung Uromastyx und kann dort nachgelesen werden.



Literatur

Evers, M.(2001): Haltung und Vermehrung der geschmückten Dornschwanzagame Uromastyx ocellata ocellata. Münster: Natur und Tier Verlag, Reptilia (29): S. 56-61.

Frahm, S. (2006): Die geschmückte Dornschwanzagame (Uromastyx ocellata). Münster: Natur und Tier Verlag.

Kliche, B. (2004): Angaben zur Haltung, Zucht und Aufzucht von Uromastyx ocellata. Berlin: Sauria Heft 26 (3): S. 23-28.

 

Gezeichnet: © 2010 Andreas KriegerZum Seitenanfang

Uromastyx ocellata, Geschmückte Dornschwanzagame