Uromastyx geyri

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Uromastyx geyri  Müller, 1922

[ Artengalerie ~ Uromastyx geyri ]

 

Trivialnamen

D: Geyrs Dornschwanzagame
E: Geyr’s Spiny-tailed Lizard



Systematik

» Familie: Agamen (Agamidae)
  » Unterfamilie: Schmetterlingsagamenartige (Leiolepinae, Uromasticinae)
    » Gattung: Dornschwanzagamen (Uromastyx)
      » Art: Geyrs Dornschwanzagame (Uromastyx geyri)



Verbreitung und Lebensraum

Geyrs Dornschwanzagame bewohnt karge Geröllwüsten, die sogenannten Hamadawüsten (arabisch), Felsmassive und teilweise sogar Gebirgszüge
mit nur geringem Pflanzenbewuchs  in der Zentralsahara. Darunter fallen das Hoggargebirge im Süden Algeriens, das Air-Gebirge im Nordwesten
des Niger und der Hoggar des Iforas im Nordwesten Malis.

Reine Sandwüsten werden, wie von allen anderen Uromastyxarten, gemieden.



Beschreibung, Einordnung, und Geschlechtsunterschiede

Bei Uromastyx geyri handelt es sich um eine mittelgroße Art der Gattung, die eine Gesamtlänge von knapp unter 40 cm erreichen kann. Viele Exemplare bleiben jedoch deutlich kleiner, im Mittel zwischen 28-32 cm. Oft handelt es sich bei den größeren Tieren auch um Wildfänge, richtig große Nachzuchten von über 36cm Länge haben wir noch nie angeboten bekommen.
Diese, genau wie ihr eng verwandtes Schwesterntaxon Uromastyx alfredschmidti, zum Acanthinurakomplex gehörende Art, unterscheidet sich von den anderen Arten dieses Komplexes durch vergrößerte zackenartige Ohrschuppen am Vorderrand der Ohröffnung (siehe Abb. oben: Portraitfoto von Uromastyx geyri), eines vergleichsweise langen, spitz zulaufenden Schwanzes und an den ebenfalls spitz zulaufenden vergrößerten Schuppen, die in die Flankenbeschuppung in Querreihen eingeordnet sind.


Wie viele andere Arten hat auch Geyrs Dornschwanzagame einen taxonomischen Wandel durchlaufen. Die Erstbeschreibung stammt von Müller aus dem Jahre 1922 als Uromastix geyri. Viele Jahrzehnte lang, galt die Art dann jedoch als Unterart von Uromastyx acanthinura, und lief somit bis vor ein paar Jahren noch unter dem wissenschaftlichen Namen Uromastyx acanthinura geyri, der ebenfalls in vielen älteren Artikeln zu finden ist. Das ist mittlerweile aber wieder überholt,

Bei der Revision der Gattung von Böhme/Wilms im Jahre 2001 wurde sie wider in den Artstatus erhoben, welcher bis heute gültig ist.


Diese Art weißt nur eine geringe Farbvariabilität auf, die sich in zwei Farbformen darstellt. Einmal handelt es sich um prächtig gelb gefärbte Tiere und einmal um kräftig rot gefärbte Exemplare. Es treten bis zu einem gewissen Grad und abhängig vom Alter der Tiere auch immer wieder Exemplare mit leichten Mischtönen auf und nicht jedes Tier erreicht die gleiche Farbintensität. Weibliche Tiere sind meist wesentlich schwächer gefärbt, was sowohl die Ausprägung der Färbung als auch die Farbintensität betrifft, wie es bei Uromastyx mit Geschlechtsdichromatismus insgesamt die Regel ist.



Besonderheiten für die Haltung

Besatz & Verhalten

Bei Uromastyx geyri handelt es sich um eine, für Uromastyx-Verhältnisse, recht verträgliche und unkomplizierte Art.
Grade in Sachen Paar- oder Gruppenhaltung von einem Männchen mit mehreren Weibchen. Selbstverständlich muss es sich um ein entsprechend groß dimensioniertes Terrarium handeln, welches auch 140x80 als Mindestmaße für ein Pärchen aufweisen sollte, und das ausreichend Ausweichflächen und Versteckmöglichkeiten sowie verschiedene Temperaturzonen bietet.

Da auch diese Art aus Gebirgsregionen stammt, sollte dem im Terrarium durch entsprechende Klettermöglichkeiten in Form von einer künstlichen Rückwand, Ästen und ähnlichem, nachgekommen werden, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen. Der Bodengrund besteht wie üblich aus einem Sand-Lehm Gemisch, da die Tiere gelegentlich graben.
Zum Ruhen bevorzugen meine Tiere allerdings eher etwas höher gelegene Plätze aber das kann individuell recht verschieden sein.

Winterruhe

Da es sich um eine Art aus dem Inland handelt und in der Zentralsahara im Winter ein deutlicher Temperaturrückgang, mit teils unter 20° Celsius zu verzeichnen ist, durchlaufen die Tiere über die Wintermonate eine Phase mit stark verminderter Aktivität. Man sollte eine „richtige“ Winterruhe einhalten, mit abgesenkten Temperaturen, verkürzten Beleuchtungszeiten und auch nur kurzzeitig (stundenweise) zugeschalteten Spotstrahlern. Die Tiere haben so täglich die Möglichkeit sich auf ihre Vorzugstemperatur zu bringen, jedoch eben nicht in einem Ausmaß, dass das gesamte Terrarium dabei durch und durch aufgewärmt wird.

Auch die Versorgung mit Trinkwasser muss natürlich weiterhin gewährleistet sein, ebenso wie ein regelmäßiges Übersprühen der Terrarieneinrichtung. Dies hilft eine gewisse Luftfeuchtigkeit zu halten und verhindert, dass Tiere dehydrieren.
Eine Zeitspanne von 6-8 Wochen reicht jedoch, nach eigener Erkenntnis, für die Winterruhe völlig aus. Zuvor und danach werden die Beleuchtungszeiten schrittweise (z.B. über einen Raum von zwei bis drei Wochen) immer wieder etwas verkürzt/verlängert und nicht mehr bzw. nur noch vermindert und mit Sämereien in Maßen und trockenem Futter gefüttert.

Alle anderen Haltungsparameter (wie Fütterung, Supplementierung, Vergesellschaftung usw.) entsprechen denen, die allgemein für Uromastyx angegeben wurden.



Literatur

Barts M. & Wilms T. (2003): Die Agamen der Welt. Münster: Natur und Tier Verlag, Draco 4 (14): S. 4-23.

Löhr, B. (2005): Geyrs Dornschwanzagame- Uromastyx geyri. Münster: Natur und Tier Verlag.

Wilms. T & Löhr. B; Ruf. D (2003): Haltung und Nachzucht von U. geyri. Münster: Natur und Tier Verlag, Draco 4 (2): S. 42-55.

 

Gezeichnet: © 2010 Andreas KriegerZum Seitenanfang

Uromastyx geyri, Geyrs Dornschwanzagame